FeedAbbadiden oder Abaditen
GeschichteBrockhaus 1882

Abbadiden oder Abaditen, eine maurische hr Begründer war Abbäd I. (eigentlich Abul-Kasim 11 Euren ben-Abbäd), dessen Familie aus Emesa in Syrien stammte. Abbãd erwarb sich das Vertrauen des Königs von Cordova und erhielt von diesem den Posten des Groß-Kadi und Statthalters von Sevilla. Nach dem Sturze des Königs von Cordova, 1026, wußte er sich immer selbständiger zu machen; obwohl er nie den Titel Königv annahm, regierte er doch wie ein völlig souveräner Card Er führte Kriege mit den Fürsten von Ecija, armona und Granada, und starb im Rufe eines Sein kriegerischer, grausamer Sohn Abbäd II. (Abu-Amru ben-Abbad, mit dem Beinamen al-Motadhed-Billah), geb. 1012, unterwarf si viele maurische Fürsten und Häuptlinge im südl. Spanien und starb 28. Febr. 1069. Ihm folgte sein Sohn Abbad III. (Abul-Kasim Mohammed, mit dem Beinamen al-Motamed Billahh, geb. 1040, ein großer Freund der Wissenschaften und Poesie, der 1079 Cordova eroberte und die Unterwerfung Malagas vollendete. Gegen den siegreichen König Alfons I. von Castilien verbündete er sich 1085 zu Cordova mit den Königen von Almeria, Granada, Badajoz und Valencia zu einem Kriege, 3u dessen Führung Jussuf ben-Taschfin, König von Marokko aus der Dynastie der Almoraviden, herbeigerufen ward. Bei Zalläka (Sacralias) wurde 23. Okt. 1086 Alfons mit seinen Verbündeten vollständig * aber der König von Marokko wurde nun selbst nach dem Besitz Spaniens lüstern und eroberte Granada. Sodann ging er im Nov. 1090 wieder nach Afrika zurück, ließ aber seinen Feldherrn Sir ben-Abubekr mit einer starken Truppenmacht in Spanien. Dieser suchte Abbäd vergebens durch Unterhandlungen zur Unterwerfung unter die Oberhoheit Jussufs zu bewegen. Abbad hatte 110 an Alfons um Hilfe gewendet, und dieser sandte ihm auch zur Unterstützung ein Heer, das jedoch von Sir geschlagen wurde. Abbäad mußte sich so an Sir im erstürmten Sevilla 9. Sept. 1091 ergeben. Er wurde mit seiner ganzen Familie nach Afrika gesandt, wo er mit derselben zu Aghmat in einen Turm gesperrt ward und im April 1095 im Elende starb. Vgl. Gayangos, «The history of the Mohammedan dynasties in Spaino (Bd. 2, Lond. 1843); Dozy, «Historia Abbadidarumo (2 Bde., Leid. 1846 — 52); derselbe, «Histoire des Musulmans d'Espagne (Bd. 4, Leid. 1861; deutsche Ausgabe, 2 Bde., Lpz. 1874). chel d), zwei durch ihre Reisen und Forschungen in Athiopien bekannte Brüder, die Söhne eines franz. Emigranten, wurden zu Dublin, ersterer 1810, letzterer 1815 geboren. Nach mehrjähriger Vorbereitung, besonders in den mathem.⸗physik. Wissenschaften, und nachdem Antoine 1836—37 eine Reise nach Brasilien behufs magnetischer Beobachtungen gemacht hatte, traten sie Ende 1837 eine Forschungsreise nach Abessinien an und gelangten über Adowa 28. Mai 1838 nach Gondar. Während Arnaud, mit dem Studium der Sprachen und Sitten beschäftigt, im Lande blieb, kehrte Antoine zu Anfang 1839 nach Frankreich zurück, um sich besser mit Meßinstrumenten auszurüsten. Seiner Wiedervereinigung mit dem Bruder traten seit 1840 verschiedene Hindernisse entgegen und erst im Juni 1842 gelang es ihm, Gondar wieder zu erreichen. Er betrieb nun teils allein, teils mit dem Bruder, der inzwischen die Gunst des Fürsten von Godscham erworben hatte, die Erforschung der einzelnen, besonders auch der südl. Länder, namentlich Enareas, eines Teils von Kaffa und des Quellgebiets des Uma. Im J 1848 beschlossen die Brüder ihre 10jährigen Reisen und kehrten mit reichen Sammlungen aller Art nach Frankreich zurück, wo Antoine auf ihren Besitzungen bei Urrugue in der Nähe von Bayonne die allmähliche Sichtung und Bearbeitung dieser Sammlungen unternahm, während Arnaud 1853 auf ein Jahr nach Athiopien zurückkehrte. Gleichzeitig mit den beiden Brüdern und zum Teil durch sie veranlaßt, hatte sich von 1837 an eine kath. Mission in Abefsinien festgesetzt, welche aber seit 1855 durch Kaiser Theodor wieder beseitigt wurde. Nachdem die Brüder d'A. über ihre Reisen früher nur zerstreute Berichte in verschiedenen franz. und engl. Zeitschriften erstattet hatten, gab zuletzt aus Anlaß der engl. Expedition nach Abessinien Arnaud eine zufammenhängende Beschreibung derselben heraus unter dem Titel: Douze ans dans la Haute-Ethiopier (Bd. 1, Par. 1868). Von Antoine, inzwischen zum Mitglied des Instituts erwählt, erschien nach einem vorläufigen Résumé géodésignen (Lpz. 1859) das große Werk: 4Géodésie d' Ethiopie ou triangulation d'une partie de la Haute-Ethiopie (Par. 1860 —73), und &Observations relatives à la physique du globe faites au Brésil et en Ethio-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. pie par Antoine d'-A., rédigées par R. Radauo (Par. 1873); die Berechnungen zu beiden Werken hat R. Radau Hor Deutscher) gemacht. Von seiner Sammlung äthiop. und amhar. Manuskripte mit 234 Nummern gab Antoine eine Beschreibung im „Catalogue raisonné de manuscrits éthiopienso (Par. 1859), vom Pastoro des Hermas den äthiop. Text samt lat. des Rorg in den «Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandeso (Bd. 2, Heft 1, Lpz. 1860). Auch die Broschüre: KL'Abyssinie et le roi Theodorep (Par. 1868) ist erwähnenswert. Von den Vokabularien etwa 30 abessin. Sprachen, die er gesammelt, sind nur kleine Bruchstücke veröffentlicht; dagegen erscheint ein ausführliches Dictionnaire Amarinua-Français v. Beide Brüder, namentlich Arnaud, haben sich auch mit dem Studium des Baskischen beschäftigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 16Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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