Abülfeda (Emad-eddin Ismail), ein als Schriftsteller berühmter moslem. Fürst, aus der kurd. Dynastie der Ejjubiden, geb. zu Damaskus 1273 (im Jahre der Hedschra 672), zeichnete sich schon früh in mehrern Feldzügen gegen die Kreuzfahrer aus. Er erhielt im Okt. 1310 vom Sultan Malek-en-Nasser das halter. da Hamat in Syrien, das er erst als Statthalter, dann seit 1312 als Malik und später als Sultan bis an seinen Tod, 26. Okt. 1331, regierte. A. war ein großer Freund der Wissenschaften und hat mehrere wichtige Werke in arab. Sprache hinterlassen, darunter namentlich Annalen, die bis 1328 reichen und von denen Fleis er die Mistoria anteislamica (L 1831), Reiske aber das ganze Werk mit i0 uß der vorislamit. Geschichte unter dem Titel Annales moslemicio (5 Bde., Kopenh. 1789—94) herausgegeben hat. Das 6anhe Werk wurde 1870 in Konstantinopel gedruckt. Obgleich zum größten Teil nur eine Kompilation aus frühern arab. Geschichtswerken, liefert es doch, da es in einer verhältnismäßig spätern Zeit verfaßt ward, über die mohammed. Dynastien eine so weit reichende Übersicht, wie man sie nicht häufig findet. A.s Stil ist ganz einfach und ungeschmückt. Ein zweites wichtiges Werk A.s ist eine Geographie (Takwim al boldano), welche vollständig von Schier (Dresd. 1842) und nach anderm handschriftlichen Material von Reinaud und Guckin de Slane (2 Bde., Par. 1837 — 40) herausgegeben und von Reinaud (2 Bde., Par. 1848) ins Französische übersetzt und erläutert wurde. Die Annalen des A. wurden auch in das Urdu (3 Bde., Delhi 1846) übertragen. Außerdem schrieb A. über Rechtsgelehrsamkeit, Mathematik, Logik und Medizin.