FeedAbbäs
GeschichteBrockhaus 1882

Abbäs, Abul-Fadhl el-Häschimi, Oheim des Propheten Mohammed, wurde als vorletzter unter den zahlreichen Söhnen des Abd-el-Muttalib um 566 n. Chr. von der Nutaila in Mekka geboren. Nach dem Tode seines Vaters erhielt A. das in seiner Familie erbliche Amt des Hüters der Kaaba und des heiligen Brunnens Zemzem. Als Mohammed den Islam zu verkündigen begann, wandte A., obgleich dem Neffen eng bireundet, sich doch der neuen Lehre nicht sofort zu. Erst nach der Schlacht bei Bedr (624), in welcher die Anhänger des Propheten einen glänzenden Sieg über er Gegner, die Koraischiten, errangen und in welcher A. selbs gefangen genommen wurde, bekannte er sich offen zum Islam, für welchen er schon vorher Sympathien gehabt hatte. Durch seinen mächtigen Einfluß bewog er nun auch einen Teil der Koraischiten zur Annahme des Islams. Er unterstützte Mohammed bei der Eroberung von Mekka (630) und blieb auch fernerhin sein treuer Freund und Ratgeber. Nach dem Tode des Propheten (632) unterzogen er und Ali sich dem Liebesdienste der Waschung seines Leichnams. A. starb 652 in größtem Ansehen. Von seinen vier Söhnen wurde der älteste, Abd-allah, der Begründer der Dynastie der Abbäsi den, welche mit Abul-Abbäs, dem Enkel Abd ⸗allahs, 750 den Thron der Kalifen zu Bagdad bestieg und 1258, mit Motasem, von den Mongolen gestürzt ward. Motasem flüchtete sich nach Agypten, wo er mit dem Titel eines Kalifen die geistliche Oberherrschaft über die Moslems auf seine Nachkommen vererbte, bis dieselbe 1517 an die türk. Sultane überging. Zweige des Geschlechts der Abbasiden sollen noch jetzt in der Türkei und in Ostindien leben. (S. Kalif.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 17Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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