FeedAbu-Bekr
GeschichteBrockhaus 1882

Abu-Bekr, mit dem Beinamen el-Siddik, der erste Kalif der Araber, geb. 573 zu Mekka, war der Sohn des Abu-Kohafa ben-Amer aus dem koreischitischen Stamme der Benu-Taim. Er erwarb sich durch Handelsunternehmungen ein großes Vermögen, bekleidete auch das Amt eines Richters und stand in Mekka wegen seiner 306 Rines O. seiner genauen Kenntnis der Geschichte seines Stammes Und der Geschicklichkeit im Ausdeuten der Träume in hohem Ansehen. Gleich bei dem ersten Auftreten Mohammeds schloß er sich diesem an und verwandelte seinen eigentlichen Namen Abd-el-Kaaba Diener der Kaaba) in Abd-Allah (Diener Allahs). Der Beiname Abu-Bekr (d. i. Vater der Jungfrau) wurde ihm erst später beigelegt, als Mohammed seine Tochter Aischa (eine Jungfrau und nicht Witwe, wie die übrigen Frauen des Propheten) ber Frau genommen hatte. Als feuriger Bekenner der neuen Lehre suchte A. derselben in seinem Stamme neue Anhänger zu gewinnen und teilte fortan alle Geschicke des Propheten. Nach dem Tode Mohammeds trug er in den Streitigkeiten wegen der Nachfolge über Ali den Sieg davon, und nahm den Titel Kalifet-Resül-Allah (d. i. Nachfolger des Gesandten Allahs) an. Nachdem A. mit Hilfe seines Feldherrn Khaled, der später den Beinamen Seif-Allah (d. i. Schwert Gottes) erhielt, mehrere Aufstände im Innern von Arabien niedergeworfen und ver-Mioraila falsche Propheten, wie namentlich den ocailama, mit ihrem Anhange unterdrückt hatte, nahm er mit Energie das Bekehrungswerk mit dem Schwerte wieder auf. Mit der Losung: Bekehrung oder Zinsbarkeit! drang Abu-Obeid in Syrien ein, schlug die Streitkräfte des byzant. Kaisers Heraklius und zwang 635 nach langer Belagerung die Stadt Damaskus zur Übergabe. Men und he war A. 23. Aug. 634 zu Medina gestorben und hatte seinen Propie Omar, einen andern Schwiegervater des ropheten, als seinen Nachfolger bezeichnet. A. wird als ein Mann von weichem Gemüt, aber tiefsittlichem Ernst und H Begeisterung für den Islam geschildert. ährend seiner kurzen Herrschaft hatte er nicht nur viel zur Verbreitung der neuen Lehre beigetragen, sondern bch Zusa deren Befestigung und innern Ausbau durch Zusammenstellung des Koran gesorgt. A. wurde in Medina neben seiner Tochter Aischa und dem Propheten beigesetzt. Dorf in Unterägypten an der Küste des Mittelmeers, 18 km nordöstlich von Alexandria gelegen, mit kaum 200 arab. E., einem ziemlich verfullenen Kastell, einem Leuchtturm und einem kleinen, von Klippen umschlossenen Hafen, vor welchem eine f 8 km breite, aber seichte, nur 35 —220 m tiefe r Reede liehe⸗ die nach dem Ilt du Meere zu durch Sandbänke geschützt ist. A. i ten berühmt geworden. Die erste Schlacht bei A. (1. und 2. Aug. 1798) war eine 1e munz. 5 in welcher der engl. Admiral Nelson die franz. lotte vernichtete. Als Bonaparte 1. Juli 1798 in Alerandria gelandet war und sich Bedenken gegen das Einlaufen der Deben Kriegsfahrzeuge in den dortigen Hafen erhoben, erhielt Vizeadmiral Brueys von Bonaparte die Weisung, mit 13 Linienschiffen, 4 Fregatten und 30 kleinern Fahrzeugen auf der Reede von A. vor Anker zu gehen und dort die Ergebnisse einer genauern — jenes Hafens abzuwarten. Unterdessen eilte Nelson, der schon seit Wochen die franz. Flotte ergelic aufgesucht und von deren Landung in Agypten Kenntnis erhalten hatte, mit 13 Linienschiffen, einer Fregatte und einer Brigg der ägypt. Küste zu. In den ersten Nachmittagsstunden des 1. Aug. 1798 kam er der franz. Flotte in Sicht. Brueys hatte in der halbkreisförmigen Reede von A. seine Linienschiffe parallel zur Küste und 3 Seemeilen von dieser entfernt aufgestellt und diese Linie an eine kleine, mit einer Batterie besetzte Insel Surch die. Er glaubte den Rücken seiner Stellung durch die dortigen Untiefen gedeckt. Allein Relson ließ plötzlich fünf seiner Schiffe zwischen der Insel und der franz. Schlachtlinie durchbrechen und gewann somit den Vorteil, zunächst nur einen Teil der franz. Schiffe angreifen und diesen zwischen zwei Feuer nehmen u können. Abends 6½ Uhr eröffnete Nelson das euer, welches die ganze Nacht hindurch währte und nur gegen 10 Uhr eine kurze Unterbrechung erfuhr, als das franz. Admiralschiff L'Orient in die Luft flog. Der rechte Flügel der Franzosen, unter Kontreadmiral Villeneuve, war unthätig geblieben, doch konnten nur zwei Linienschiffe und zwei Fregatten desselben sich nach Korfu retten, die übrigen Schiffe gingen verloren. Brueys hatte während des Kampfes den Tod gefunden. Bonaparte war mit seinem Heere nach Vernichtung der Flotte vom Mutterlande abgeschnitten. Dieser Sieg, in dem Nelson kein Schiff verlor und fünf Sechstel der feindlichen, ihm an Geschützzahl um 27 Proz. überlegenen Schiffe fortnahm, machte England zum Herrn des Mittelmeers. — Die zweite Schlacht von A. fand 1799 zwischen der franz. und einer türk. Armee statt. Nach Beendigung des syr. Feldugs (Juni 1799) landete ein türk. Heer von 18000 ann unter Mustapha Pascha bei A. und setzte sich in diesem inzwischen vom franz. General Marmont, der in Alexandria befehligte, stärker befestigten Orte fest. Bald eilte jedoch Bönaparte mit 5000 Mann Infanterie und 1000 Pferden herbei und schlug in einer mörderischen Schlacht 25. Juli 1799 die Türken entscheidend. Am 2. Aug. fiel auch das Fort von A. wieder in die Hände der Franzosen. Bei A. landete 8. März 1801 Abercromby mit 17000 Engländern und vertrieb die Franzosen aus dem Fort; darauf folgten die Schlachten bei Alexandria 21. März) und bei Ramanieh (9. April), deren erlust die Franzosen zur Räumung von Agypten nötigte. (S. Agyptische Expedition der Franzosen.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 82Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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