Abbäs I., der Große genannt, der siebente Beherrscher Persiens aus der Dynastie der Sofis, eb. 1557, war der jüngste 91 d6 des Schah Momed Chodäbendeh und bei dessen Tode (1585) ereits Statthalter von Chorasan. Nachdem seine beiden ältern Brüder auf sein Anstiften umgebracht worden, bemächtigte sich A. 1586 selbst des pers. Throns und suchte nun die während der Regierung seiner nächsten Vorgänger im Westen an die Türten und im Nordosten an die Usbeken verloren gegangenen Gebiete wieder zu erobern. Chorasan, das von Abdallah, dem Chan der Usbeken, tapfer verteidigt wurde, kam erst 1597, nach dem Falle Herats, in A.' Gewalt. Inzwischen verleibte er auch die Gebiete Ghilan und Masanderan und im Süden die Landschaft Laristan seinem Reiche ein und dehnte seine Herrschaft durch die Eroberung von Kandahar selbst über den größten Teil von Afghanistan aus. Schwerer waren die Kämpfe mit den Türken, die sich fast durch seine ganze Regierungszeit hindurchzogen. Nachdem A. 1601 Aserbeidschan, einen Teil Armeniens und Georgiens, sowie Schirwan in Besitz genommen, wies er die bis 1613 fast alljährlich sich wiederholenden Angriffe der Türken auf die Städte Eriwan und Tebris meist glücklich zurück, drang zeitweise tief in das türk. Asien vor und zwang 1613 auch einen großen Teil Georgiens, die Königreiche Kakhetien und Kartalinien, die pers. Oberherrschaft anzuerkennen. Fy den J. 1614 —17 erneuerten die Türken ihre Angriffe auf Persien, doch ohne Erfolg. Insbesondere erlitten dieselben 1618 eine starke Niederlage und schlossen darauf unter Sultan Osman II. einen Frieden mit Schah A., der jedoch nur wenige Jahre dauerte. Der Kampf begann 1622 von neuem, wurde jedoch von den Türken so unglücklich geführt, daß 1623 selbst Bagdad in A.“ Gewalt fiel. Das Reich der Sofis reichte vom Tigris bis zum Indus, als A. 27. Jan. 1628 zu Kaswin starb. Zum Thronfolger hatte er, weil er seinen Sohn umgebracht, seinen Enkel Sofi-Mirza bestimmt. A. ist der bedeutendste Herrscher des mohammed. Persien. Er war ein Mann von Thatkraft und polit. Einsicht, reformierte das Heerwesen, baute Straßen und Brücken, suchte die Städte, besonders Ispahan, wohin er seine Residenz von Kaswin aus verlegte, zu verschönern, und war bestrebt, den Handel mit Indien wie mit Europa zu beleben. Den Christen zeigte er sich tolerant, weniger den Parsen und Juden; die Sunniten verfolgte er mit Feuer und Schwert. An seinem glänzenden Hofe begegneten sich die Gesandtschaften der Großmoguln und anderer orient. Herrscher mit denen Rußlands, Frankreichs, Englands, Spaniens und der Niederlande. Mit Hilfe der Engländer nahm er 1623 den Portugiesen die Insel Ormus ab. Obgleich A. Despot und häufig launisch und grausam war, wird er doch von den Persern als ihr größter Fürst betrachtet, und noch gegenwärtig blickt das Volk mit Bewunderung auf ihn in⸗ — Von geringerer Bedeutung ist sein Enkel A. II., auch Sain Mirza Schäh Sofi genannt, welcher 1641 — 66 regierte. A. III., der letzte Schah aus der Dynastie der Sofis, bestieg im Sept. 1731 als kleines Kind den pers. Thron unter der Regentschaft des Thamasp Khuli-Chan. Letzterer beseitigte ihn jedoch 1736, um sich selbst die Krone aufzusetzen.