Amöneburg, Stadt im Kreise Kirchhain des preuß. Regierungsbezirks Kassel, liegt 11 Em östlich von Marburg, links an der Ohm, welche der Lahn zufließt, auf der 155 m über die Flußebene (363 m über dem Meere) sich erhebenden Platte eines isolierten Basaltkegels, wird wegen seiner schönen Rundschau im Sommer viel besucht, ist Sitz eines Amtsgerichts und hat 988 meist kath. E. An Stelle der vom heil. Bonifacius gegründeten Kirche, in welcher sich vorzügliche Bolhichnihereien befanden, ist 1870 eine neue ae sei im 20 Stil erbaut worden. A. war infolge seiner Lage in früherer Zeit eine bedeutende Feste, wie dies die teilweise 3130 erhaltenen starken Mauern mit Türmen und Gräben und die Ruinen der mächtigen Burg bezeugen. Zu A. gründete Bonifacius 740 das Kloster Amana oder Amanaburg. Im Dreißigjährigen Kriege wurde A. 27. Nov. 1633 vom Landgrafen von Hessen und 28. Juni 1646 von den Schweden unter Wrangel erobert. Im ganzen wurde der Ort sechzehnmal belagert. Während des mile 21. Sevt Kriegs fand hier bei der Brückenmühle 21. Sept. 1762 eine Kanonade zwischen den schweig en und dem Herzog Ferdinand von Braunchweig statt. Nachdem 3. Nov. 1762 zu Versailles zwischen England und Frankreich die Friedenspräliminarien unterzeichnet worden und die beiderseitigen Befehlshaber hiervon in Kenntnis gesetzt waren, hielten dieselben (Herzog Ferdinand von Braunschweig, Prinz Soubise und Prinz d'Etrées) am 15. Nov. an der nämlichen Stelle bei der Brückenmühle eine Zusammenkunft und beschlossen die Ein-Selle des Feindseligkeiten. Ein Denkmal an der Stelle des Kampfes und der spätern Zusammenkunft bezeichnet diese Vorfälle. Bis 1802 gehörte A. zum