Ablaut nennt man in der deutschen Grammatik den regelmäßigen Vokalwechsel der Wurzelsilbe namentlich in der Konjugation. Die Zusammenstellung der möglichen Vokalveränderungen einer bestimmten Wurzelsilbe sen die Ablautsreihe, die zwei⸗ bis viergliederig sein kann; man erhält sie, wenn man von einem ablautenden Verbum zusammenstellt: Präsens 1. Pers. Sing., Perfectum (Imperfectum) 1. Piun. Sing., Perfectum (Imperfectum) 1. Pers. Plur., Participium Passivi, z. B. im Gotischen nima (ich nehme), nam (ich nahm), nsmum bind nahmen), numans (genommen), oder binda lich inde), band (ich band), bundum (wir banden), bundans latautsrei u. s. w. Im Neuhochdeutschen sind die Ablautsreihen häufig gestört, wie z. B. ich band, wir banden (im Gotischen band, bundum); man muß daher, um sie rein zu erhalten, auf die ältern Perioden der Sprache zurückgehen. In neuerer Zeit wird oft auch in der Grammatik anderer Sprachen der Ausdruck A. in gleichem oder ähnlichem Sinne angewendet.