A., der erste Buchstabe unsers Alphabets, bezeichnet einen vokalischen Laut, den man gegenüber den andern Vokalen als besonders rein und voll anzusehen pflegt. Die ältere Sprachwissenschaft nannte ihn vorzugsweise den natürlichen Vokal und rechnete ihn mit i und u zu den Urvokalen. Eine besondere Rolle spielte die Vokalreihe a, i, u in der vergleichenden Grammatik der indogerman. Sprachen: da man im Sanskrit von kurzen Vokalen nur a, i, n die „ebenso ähnlich im Gotischen, schloß man, daß die indogerman Ursprache auch nur diese Vokalnuancen gekannt habe. Erst in neuester Zeit hat man dies als einen Irrtum erkannt: schon die indogerman. Ursprache besaß die Vokale e und 0 neben a, i, u, sodaß es jetzt als eine bloße Spielerei anzusehen ist, wenn man a als den net. — Der edelsten, ältesten u. s. w. Vokal bezeichnet. — Der Laut, der mit dem Buchstaben a bezeichnet wird, ist in den verschiedenen Sprachen und Dialekten übrigens ein sehr verschiedener; bald nähert er sich dem ä, bald dem o; in Sprachen, deren Laute starke Veränderungen erfahren haben, während die Orthographie stehen den Lunt ist, z. B. im Englischen, bezeichnet a bald den Laut e oder ä, bald o (3-B. in den Worten hat und salt). Als symbolisches Zeichen bedeutet A das Erste, das Ursprüngliche, das Bestimmte. So beeichnet man in der Logik mit A irgend einen Gegensand des Denkens, ein Ding überhaupt Die Formel A= A heißt dann soviel als: ische Ding ist sich selbst gleich. A und 2 (im Griechischen A alpha, und Q, omega) bedeutet den Anfang und das Ende, das erste und das letzte, und drückt in diesem Sinne den Be 0h. des Allumfassenden, des Ewigen aus (Offb. 1, J. In der „ dean ist a einer der Buchstaben, mit denen man bekannte Als Abkürzungszeichen wird A bei vielen, meist lat. Wörtern und Redensarten gebraucht, wo es dann der Anfangsbuchstabe des abgekürzten Wortes ist. Besonders häufig steht a. für anno, z. B. in den Formeln a. c. für anno currente (im laufenden Jahre), a. d. für anno Domini (im Jahre des Herrn), a. p. für anno praeterito (im vergangenen Jahre), a. a. C. n. oder a. a. Chr. n. für anno ante Christum natum (im Jahre vor Christi Geburt), a. P C. n. oder a. p. Chr. n. für anno post Christum natum (im Jahre nach Christi Geburt), a. f. für anni futuri (kunftigen der Erde a. O. c. für anno orbis conditi (im Jahre der Erschaffung der Welt), a. m. für anno mundi (im Jahre der Welt), a. u. für anno urbis (bei röm. Geschichtschreibern: im Jahre der Stadt, d. i. Roms). Bei röm. Namen steht A. für Auius, sonst auf cht iu p für Augustus (d. i. Kaiser). Ferner steht in jurist. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. Schriftstücken a. a. für ad acta (zu den Akten) und a. d. für a dato (von diesem Tage, vom Schreibtage an). In Titulaturen bezeichnet AA. M. soviel als artium magister (Magister der Künste) und AA. LL. M. soviel als artium liberalium magister (Magister der freien Künste). Auf franz. Kurszetteln ist A Abkürzung von Argent (Geld), im Gegensatz zu P (Papier, Brief). Auf der Stellschleus der Taschenuhren steht A für Avancer (beschleunigen), im Gegensatz zu R, d. i. Retarder (verzögern), um die Seite zu bezeichnen, nach welscher der Korrektionsweiser Wauahn werden muß, wenn die Uhr schneller oder langsamer gehen soll. Bei Zeitangaben bezeichnet A. oft: Abend, abends; a. St. soviel als: alten Stils (nach dem Julianischen Kalender). Bei Maßangaben steht a für Ar. Auf Münzen bedeutet A, daß die Münze in der ersten Münzstätte des Landes geprägt worden: so auf preuß. und andern in Preußen geprägten deutschen Münzen in Berlin, auf österreichischen in Wien, auf französischen in Paris. Franz. Münzen mit AA sind in Metz, bis 1870 der zweiten Münzstätte Frankreichs, keht ur 2 AA (auch a. a. a.) als chem. Abkürzung steht für Amalgam. In Rechnungen und Preisbestimmungen heißt à (die — 4 Präposition, entstanden aus dem lat. ad) soviel als: das einzelne für diesen oder jenen Preis, z. B. 10 Ctr. à 15 Mark will sagen: jeder einzelne dieser Centner kostet 15 Mark. A. T. ist eine sehr gewöhnliche Abkürzung für Altes Testament. Titulaturen be1. ao.: außerordentlich, z. B. außerordentlicher rofessor, außerordentliches Mitglied, und a. D.: außer Dienst, z. B. Hauptmann a. D. In den ab-Frankreich, in den Niederlanden, besonders in deren nördl. Provinzen, in (Duvr und dem Osnabrückischen sowie in den Ostseeprovinzen vor. Im Oldenburgischen, Hannover, Holstein und teilweise auch in Schleswig und in den Ostseeprovinzen tritt dafür die Namensform Au, Aue ein, während Ach, Aach, Ache im obern Deutschland heimisch ist. In Jütland und Schleswig (um Teil) lautet die Form (dän.) Aa (spr. O) und findet sich mit einem Zusatze in den Namen vieler Gewässer (z. B. Skiv-Aa, Stor-Aa, Skjern-Aa, Barde-Aa, Flads-Aa u. s. w.); „dasselbe gilt auch von Schweden, wo das Wort A geschrieben wird. — Die wichtigsten Gewässer des Namens Aa (das Königreich der Niederlande zählt deren allein 44) sind: 1) Die Aa im nördl. Inie ber Diese entspringt im Depart. EOmer ais bei Bourthes-les-Hameaux, ist von t.⸗Omer an kanalisiert und auf 29 km schiffbar und mündet nach einem 82 km langen Laufe unterhalb Gravelines in die Nordsee. Durch den Kanal von Neuffosses wird die Verbindung mit Lys und Schelde, durch andere Kanäle mit Bourbourg und mit Calais und Dünkirchen hergestellt. 2) Die Aa in der niederländ. Provinz Gröningen. Sie entsteht in dem großen Bourtanger Moor in der niederländ. Provinz Drente, nimmt die Mussel⸗ oder Vissel-Aa auf und mündet schiffbar nach einem 60 km langen Laufe auf der niederländ.⸗preuß. Grenze in den Dollart. 3) Die Aa (Steenwycker oder Blockzijler Aa), welche in der niederländ. Provinz Overyssel in die Zuidersee mündet. 4) Die Aa (Havelter-Aa) in der Provinz Drente, welche von Meppel aus durch das Meppelerdiep zum Zwartwater geleitet ist und dieses bei Zwartsluis unweit dessen Mündung in die Zuidersee erreicht. 5) Die Aa in der Provinz Nordbrabant, welche bei Gemert schiffbar wird und sich bei Herzogenbusch nach einem 67 km langen Laufe mit der Dommel vereinigt. — Unter den westfäl. oder wenigstens in Westfalen entspringenden Flüssen dieses Namens sind hervorzuheben: 6) Die Aa im Kreise Borken; diese berührt Bocholt und geht etwa 7, km nach ihrem Eintritt auf niederländ. Gebiet in die Alte Yssel. 7) Die Aa, Nebenfluß der Werre, kommt vom Osning und mündet bei Herford. 8) Die Aa, an welcher Münster liegt, mündet bei Greven in die Ems. 9) Die Aa, welche bei Spelle im Osnabrückischen aus der Vereinigung zweier kleinerer westfäl. Flüsse entsteht (won denen der eine Ibbenbüren berührt) und oberhalb Lingen der Ems zufließt. 10) Die Aa, welche oberhalb der nach ihr benannten westfäl. Stadt Ahaus entsteht, in den Niederlanden auch den Namen Schipbeek führt und bei Deventer in die Yssel mündet. 11) Die Aa, welche Bredevoorde berührt, ebenfalls im Kreise Ahaus entspringt, aber oberhalb Doetinchem in die Alte Ysel mündet. — Von den schweiz. Flüssen dieses Namens sind zu nennen: 12) Die Aa im Kanton Zürich, welche den Pfäffikonsee bildet, dann zum Greifensee fließt und denselben als Glatt verläßt. 13) Die Aa, welche im Kanton Luzern den See von Baldegg (Richensee) bildet, dann durch den Hallwylersee fließt und über Lenzburg zur Aar geht. 14) Die Aa, welche das Hauptthal des Kantons Unterwalden ob dem Wald bildet, durch den Sarnersee geht, die Melcha aufnimmt und in den Vierwaldstättersee mündet. Diesem letztern See fließt 15) bei Buochs noch eine andere Aa zu, welche den Kanton Unterwalden nid dem Wald bewässert. — In den Ostseeprovinzen sind zu erwähnen: 16) Die Aa in Kurland. Diese entsteht durch Vereinigung der Musse und Memel, ist 112 km lang, hat sehr geringes Gefälle und mündet in zwei Armen, mit dem einen unmittelbar in den Golf von Riga, mit dem andern (Bolder-Aa) in die Düna. 17) Die Aa in Livland, hier auch Treidern-Aa Zarnikau, östlich von Riga.