Accent (in der Sprache) heißt die Hervorhebung einer bestimmten Silbe eines Wortes gegen die übrigen durch ach dede oder Erhöhung der Stimme oder durch beide Mittel zugleich, während die andern Silben zwar nicht ohne allen Ton, aber schwächer betont sind. Die den A. (Hauptton, Hochton) tragende Silbe nennt man Accent-oder Tonsilbe des Wortes. Der A. ist entweder an eine bestimmte Silbe des Wortes gebunden, sodaß alle Worte der Sprache auf eine und dieselbe Art betont werden, so im Deutschen, wo jedesmal die Wurzel⸗(Stamm⸗) silbe den A. trägt, im Polnischen, wo immer die vorletzte Silbe den Hauptton hat, im Böhmischen und Ungarischen, wo stets die erste Silbe die Accentsilbe ist; oder der A. ist beweglich, d. h. die verschiedenen Formen eines Wortes, z. B. in der Deklination und Konjugation, oder die verschiedenen Ableitungen eines und desselben Stammes können verschiedene Accentsilben haben, z. B. lateinisch iter (Weg), aber Genitiv itineris, abgeleitet itinerärium. Sprachen mit wechselndem A. sind außerdem z. B. das Sanskrit, Griechisch, Russisch u. a. Nur bei solchen Sprachen kann im eigentlichen Sinne von einem Accentuationssystem d. h. von einer Aufstellung von Gesetzen für den Wechsel und die Bewegung des A. die Rede sein. Diese Gesetze sind für die verschiedenen, wenn auch untereinander verwandten Sprachen sehr verschieden; im Grieischen z. B. kann der A. nie über die drittletzte ilbe zurücktreten, während er im Sanskrit beliebig weit vom Ende des Wortes stehen kann; im Lateinischen können nur die vorletzte oder drittletzte Silbe den Hauptton tragen, nie aber die letzte. Nicht zu verwechseln mit dem A. ist die Quantität (Zeitdauer, Länge oder Kürze) einer Silbe; nur in einzelnen Sprachen, z. B. im Deutschen, ist die Accentsilbe auch notwendig eine Länge, doch war dies im ältern Deutsch nicht der Fall, und die Länge i t hier erst eine Wirkung der Betonung, ursprünglich war die Quantität der Silbe für den A. ganz hen. Zur tig, so z. B. im Lateinischen und Griechischen. Zur Bezeichnung des A. sind in den verschiedenen Schriftsprachen ganz verschiedene Zeichen und Bezeichnungssysteme verwendet; am bekanntesten sind die von den griech. Grammatikern ben ihre Sprache erfundenen, von den lateinischen ebenfalls angenomdurch welche eigentümliche Aussprachsweisen der betonten Silbe näher bezeichnet werden. Diese Zeichen sind ebenfalls in den neuern Sprachen oft verwendet worden, aber auch zu manchen andern Zwecken, als um die Accentsilbe zu bezeichnen, so im Französischen die sog. accents (aigu, grave), um die Aussprache eines bestimmten Vokals anzudeuten, oder im Böhmischen und Ungarischen, wo der Acut die Länge des Vokals ausdrückt, oder in neuern sprachwissenschaftlichen Werken, wo der Circumfler zur Bezeichnung der Vokallänge verwendet wird. Alle diese Zeichen und ihre Verwendung, wenn man sie auch A. nennt, haben mit dem A. nichts zu schaffen. — Außer dem Wortaccent, den man grammatisch unter A. immer zunächst versteht, gibt es noch einen sog. Satzaccent, der ein bestimmtes Wort des Satzes ebenso den übrigen Worten gegenuber hervorhebt, wie der Wortaccent die eine Silbe den andern gegenüber; derselbe ist ein außerordentlich manni ichsde je nach dem Sinne des Satzes oder der Absicht des Sprechenden, einen Satzteil rhetorisch hervorzuheben. Besondere Zeichen werden für den Satzaccent nicht angewendet.