FeedAhlwardt (Theod. Wilh.)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Ahlwardt (Theod. Wilh.), Orientalist, Sohn des vorigen, geb. 4. Juli 1828 zu Greifswald, studierte 1846—50 zu Greifswald und Göttingen orient., insbesondere semit. Sprachen und widmete sich nach seiner Promotion (1851) dem Studium der arab. Handschriften auf der herzogl. Bibliothek zu Gotha, dann 1854—56 auf der kaiserl. Univerit zu Paris. Als Unterbibliothekar an die Universitätsbibliothek zu Greifswald berufen, habilitierte er sich daselbst 1857 und wurde Anfang 1861 ord. bliothet der morgenländ. Sprachen und zweiter Bibliothekar. Von letzterer Stellung trat er 1865⁵ zurück. Seine Schriften betreffen die arab. Philologie und Litteraturgeschichte, namentlich aber hat er sich auf dem Gebiete der altarab. Poesie als einen der gründlichsten und scharfsinnigsten Kenner gezeigt. Außer einer Untersuchung «über Poesie und Poetik der Araber v (Gotha 1856) dasiden er vorzügliche Ausgaben von der «Kassidey Chalef-el-Ahmars (Greifsw. 1859), von Elfachri. Geschichte der islam. Reiche vom Anfang bis zum Ende des Kalifatso (Gotha 1860), vom (Diwan des Abu-Nowas (Bd. 1, Greifsw. 1861) und von den Diwanen der sechs altarab. Dichter» (&The divans of the six ancient Arabic poetso, Lond. 1870), woran sich Bemerkungen über die Echtheit der alten arab. Gedichteß (Greifsw. 1872) schließen. Sein 108 au Berl arab. Handschriften der königl. Bibliothek zu Berlin aus den Gebieten der Poesie, schönen Litteratur, Litteraturgeschichte und Biographike (Greifsw. 1871) ist einer der vorzüglichsten Handschriftenkataloge.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 267Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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