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ErdkundeBrockhaus 1882

Abydos, alte oberägypt. Stadt, im Thinitischen Nomos (Gau) gelegen, deren Tempelruinen und Gräber sich bei den heutigen Dörfern el-Cherbeh und Aräbat-el-madfuneh befinden. Der hieroglyphische Name lautete Abud. Von allen in Agypten zerstreuten Osirisgräbern wurde das zu A. fur das echteste gehalten. Deshalb wollten die frommen Leute, wenn . reich genug waren, hier, in der unmittelbaren Nähe des Osiris, des Herrschers im Totenreiche, begraben sein, eine Angabe des Plutarch, welche durch die neuern Ausgrabungen bestätigt worden ist. Durch diese Sitte, die hauptsächlich in der 6. Manethonischen Rumnte aufkam und in der 12. Dynastie o lneseht w t erreichte, aber auch im Neuen Reiche fort9e etzt wurde, wuchs die Größe und Bedeutung von A. und damit der Kult seines Wabrie des Osiris der Unterwelt, Herrn von A. Wahrscheinlich war A. ursprünglich nur die Nekropolis von This (s. d.), der ältesten ägypt. Residenz, welche am Nil lag und ihre Gräber an den Saum der zunächst gelegenen Wüste verlegen mußte. Daraus erklärt sich die älteste Anlage eines Osiris-Grabes daselbst und seine Stadt A. herb welche dann die Gründung der Osiris-Stadt A. herbeiführte. In dem noch jetzt erkennbaren, durch eine viereckige Um-Demoel befestigten Tempelbezirke lag der älteste Tempel der Stadt, der dem Osiris geweiht war. Er ist jetzt gänzlich zerstört und selbst seine Materialien zu anderer Verwendung abgetragen und verschwunden. Innerhalb derselben Umwallung, wahrscheinlich im Sanktuarium des Tempels, mußte das heilige Grab des Osiris selber liegen, von dem aber 9 . . nichts mehr nachzuweisen ist. In der 19. Dynastie, im 15. und 14. Jahrh. v. Oel wurden von den beiden größten Pharaonen Sethos I. und Ramses II. zwei Tempel erbaut, welche außer dem Osiris auch noch einer Anzahl anderer höchster Götter des Landes und unter diesen auch dem regierenden Könige selber geweiht waren, welchem, wie jedem der andern Götter, ein besonderes Sanktuarium errichtet war. Vom Ramses-Tempel sind jetzt nur noch wenige Bruchstücke übrig; doch wurde er für die Erforschung der ägppti en Königsgeschichte dadurch von besonderer Wichtigkeit, daß in einem seiner Räume die berühmte Tafel von

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 86Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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