FeedApollinopölis
ErdkundeBrockhaus 1882

Apollinopölis, Name mehrerer ägypt. Städte. Die bedeutendste war A.⸗Magna, südlich von Theben auf dem linken Nilufer gelegen, bei dem heutigen Edfu. Der stattliche Tempel, der noch jetzt größtenteils wohl erhalten ist, war dem Horus, den die Griechen ihrem Apollo verglichen, geweiht, daher der heilige Name der Stadt „Wohnung des Horuso, den die Griechen durch A. übersetzten. Der profane Name war Tebu, woraus der Name des jetzigen Ortes entstanden ist. Es ist der am vollständigsten erhaltene ägypt. Tempel, jetzt von allem Schutt gereinigt und überall zugänglich. Er wurde von Ptolemäus Philopator I. gegründet, und zwar, wie die Inschriften erweisen, an Stelle eines ältern Tempels. Er ist wichtig —— zahlreiche astron. Darstellungen sowie durch eine Reihe von Inschriften an der Außenseite der um den Tempel herumlaufenden Umfassungsmauer, in welchen der gesamte Tempelbesitz an Ackern nach ihrer genauen topogr. Lage und ihren detaillierten Vermessungen angegeben ist. Vgl. Lepsius, «über eine hieroglyphische Inschrift am Tempel von Edfu» (Berl. 1855). A. war die Hauptstadt des südlichsten Nomos (Provinz) von Oberägypten, bevor der ombitische davon getrennt ward, und gab ihm den Namen des apollinopolitischen Nomos. — Eine andere Stadt, A.⸗Parva, lag wenig unterhalb Theben auf dem rechten Nilufer; ihr Volksname war Kös (Kös-Berbir), der noch im heutigen Namen Qus fas nich ist. Von den Ruinen der alten Stadt ist fast nichts mehr vorhanden. — Ein drittes, noch unbedeutenderes A. lag in Mittelägypten auf dem linken Ufer und wurde vom Volke Kös-Kam genannt, ein Name, der sich im Koptischen und noch jetzt bei den Arabern findet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 763Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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