Accent (musikalischer) ist die Betonung, mit welcher sowohl einzelne Töne als auch besondere Stellen bei dem Vortrage hervorgehoben werden. Die verschiedenen musikalischen A. teilt man ein in grammatikale, rhythmische und ästhetische (pathetische) A. Der grammatikale A. ruht stets auf jedem ersten Taktteile. Bei den geraden Taktarten fallen diese A. auf die ungeraden Taktteile, z. B. bei vier schweren Vierteln auf 1 und 3; bei den ungeraden hat jede Gruppe von drei Noten auf der ersten die Betonung; ebenso in Tripletaktarten. Der grammatikale A. darf sich nicht stärker bemerkbar machen, als das Verständnis des musikalischen Gedankens und seines rhythmischen Geschlechts erfordert. Hierin unterscheidet sich von ihm der rhythmische A., welcher einzelne Noten stärker und von jener Unterordnung unabhängiger hervorhebt. Der ästhetische oder dr Sun A. beschäftigt sich als oratorischer mit der Hebung und Senkung der Silben und Töne, und beschränkt sich keineswegs auf bestimmte Taktteile. Durch ihn wird beim Vortrage eines Tonstücks der Sinn desselben faßlicher und eindringlicher. In der Gesangsmusik ist vermöge des untergelegten Wortes eine richtige Accentuation nach allen Seiten hin leichter zur Ausführung und zum Verständnis zu bringen, als in der Instrumentalmusik. Hierauf beruht der große Vorzug des Gesangs, welcher dadurch der Instrumentalmusik gegenüber zugleich reicher und deutlicher wird. heißen die interpunktischen Formeln der Melodien, nach welchen der Priester die Evangelien⸗ und Epistelabschnitte abzusingen hatte. Dieselben haben sich in der kath., teilweise und modifiziert auch in der evang. Kirche (bei Antiphonien, Kollekten, den Einsetzungsworten des Abendmahls u. s. w.) erhalten. Während man helben alle Silben eines Satzes in einem und demselben Tone, der zwischen Gesang und Lesen die Mitte hält, vorträgt, werden die letzten Silben eines Satzes in gewissen Tonfällen ausgeführt, wodurch der Vortrag eine melodische Abrundung erhält. *