Achse oder Axe (frz. axe, essieu, engl. axis, axle) nennt man in der Geometrie die Mittellinie einer Telle oder eines Körpers, um welche bea . alle Teile symmetrisch gelegen sind. So heien z. B. der größte und der kleinste Durchmesser der ovalen Linie, die als Ellipse bezeichnet wird, die große und die kleine A. der Ellipse. — In der Mechanik versteht man unter der A. eines in Drehung (Rotation) befindlichen Körpers die nur mit Een gerade Linie, die 1 bei der . nicht mit bewegt, um die sich vielmehr alle übrigen Punkte des Körpers in größern und kleinern Kreisbahnen herumdrehen. Schwingt man eine Kugel oder einen andern schweren Körper an einem Faden im Kreise herum, so wird die Umdrehungsachse infolge der Schwungkraft (Centrifugalkraft) einen Zug aushalten müssen. Man fühlt diesen Zug deutlich, wenn man das Herumschwingen mit der Hand ausführt. st aber die Masse des Körpers mie bei eine um seine Umdrehungsachse verteilt, wie bei einem Schwungrade oder einem Kreisel, so hebt sich die Wirkung der Schwungkraft auf die A. dadurch auf, daß sie nach allen Seiten gleich stark wirkt, und man nennt eine solche A. dann eine freie A. Wenn auf einen solchen rotierenden Körper keine äußere Kraft, wie etwa die Schwere oder die 7½. wirkte, so würde die Lage der A. unverändert bleiben und er sich ohne Ende um dieselbe fortdrehen. überhaupt zeigt ein um seine freie A. rotierender Körper das Bestreben, dieselbe in unveränderter Richtung zu erhalten. Ein Kreisel z. B., den man aus einer schweren Bleischeibe bildet, indem man in ihrer Mitte eine stählerne Um-Zame Stunde befestigt, kann eine 2 e, ja eine ganze Stunde lang auf der Spitze dieser A. rotieren, ohne umzufallen. In dieser Form wird übrigens auch der sonst nur als Spielzeug dienende Kreisel in der Physik als Busolts Farbenkreisel gebraucht, um verschiedenfarbige Scheiben in schnelle, andauernde Rotation zu versetzen. Auch die Umdrehungsachse der Erde ist als eine freie A. zu betrachten. Materielle A. sind cylindrische oder konische, aus festem Material (Eisen, Holz u. s. w.) verfertigte Stäbe, welche entweder in Zapfenlagern sich drehend mit dem rotierenden Körper fest verbunden sind, wie dies bei Wasserrädern, Haspeln u. s. w. der Fall ist, oder solche, welche feststehend in Hülsen (Naben) stecken, die mit dem rotierenden Körper verbunden sich um die feste A. umdrehen, wie die Räder unserer gewöhnlichen Fuhrwerke.