Adelaide, Hauptstadt der brit. Kolonie Südaustralien, Sitz des Gouverneurs von Südaustralien sowie eines episkopalen und eines röm.⸗kath. Bischofs, 9 km östlich vom Vincentgolf, am Flusse Torrens, der sehr wasserarm und K schiffbar ist, wurde 28. Dez. 1836 durch den engl. Kapitän Hindmarsh mit etwa 200 Ansiedlern begründet und zu Ehren der Gemahlin König Wilhelms IV. von England benannt. Die Errichtung der ersten Häuser begann im März 1837, schon 1846 zählte die Stadt über 7000 und 1881 bereits 37 892 E., unter denen sich, wie auch in den Worr w. der freundlichen Umgebung (Klemzig, Hahndorf u. s. w.), sehr viele Deutsche befinden. Die Stadt ist ganz regelmäßig angelegt, gut und geräumig gebaut, hat hübsche Wohnhäuser und große Warenlager 0 owie mehrere sehr ansehnliche öffentliche Gebäude, worunter das Gouvernementshaus und acht Kirchen aller Konfessionen. Der nördliche, höher gelegene Stadtteil wird durch einen natürlichen Park von dem südl. Teile getrennt, in dem 19 as eigentliche Geschäftsleben konzentriert. Der Platz betreibt einen bedeutenden Export⸗ und Importhandel, der durch Banken und andere kommerzielle tne Oet unterstützt wird, fabriziert Wollwaren, Stärke —— und Maschinen und hat verschiedene Mühlen, rauereien und Färbereien. Auch besitzt die Stadt . gute Schulen, ein Theater und in der Phi — ical Society einen wissenschaftlichen Mittelpunkt. Von A. führt eine Bahn, 226 km lang, nördlich nach dem Minenorte Burra, und 1872 ist die fast 4000k6m lange Telegraphenlinie von A. nach Port Darwin eröffnet worden, welche die austral. Kolonien an das ostind. Telegraphennetz anschließt. Den Hafenplatz für die Stadt bildet der unmittelbar am Meere gelegene Ort Port Adelaide, welcher durch Kunststraße und Eisenbahn (13,5Km) mit der Hauptstadt verbunden ist, 2885 E. zählt und 15. Juli 1845 zum Freihafen erklärt wurde.