FeedAffaire
TierreichBrockhaus 1882

Affaire nennt man militärisch ein Gefecht von untergeordneter Bedeutung, das von geringern Streitkräften geführt wird. Gien so pflegte man jedoch auch Treffen und Schlachten so zu nennen. Affe. Die A. bilden eine sehr charakteristische Ordnung der Säugetiere, die man auch die Vierhänder (Quadrumana) genannt hat, und 7 darum, weil sie an allen vier Gliedern wirkliche Hände besitzen. Ihre Körpergestalt nähert sich der menschlichen. Sie haben dreierlei Zähne: meißelförmige Schneidezähne, konische, oft sehr lange und scharfe Eckzähne und e der 9 Ba boher⸗ entweder in derselben Zahl wie der Mensch oder vier Backzähne mehr als dieser, und zwei Brüste. Ihr Knochenbau macht sie wenig geschickt zum aufrechten Gange, begünstigt aber, zumal durch Länge der Glieder und die hintern greifenden Hände, das Klettern, wie denn auch die meisten wahre Baumtiere, einige nur, wie die Paviane, Felsentiere sind. Bei allen ist der Rücken stark behaart, doch das Gesicht und Gesäß bei vielen, zumal den afrikanischen, nackt und dann oft eigentümlich gefärbt. Der Schwanz fehlt nur wenigen, ist aber von verschiedener Länge und bei gewissen amerik. Arten zu einem Greiforgan (Wickelschwanz), gleichsam zu einer erjenigen eines Menschen mittlerer Statur bis zu derjenigen einer großen Ratte; alle besitzen aber ansehnliche Muskelkraft und vermögen sich daher schnell und sicher zu bewegen. Aus der Form der Backr, ergibt sich, daß die A. vorzugsweise von vegetabilischer Nahrung zu leben Ien. sind, weshalb sie ½ und Samen vorziehen, ohne indes Insekten, kleinere Vögel und Säugetiere, Reptilien sowie Eier und Larven zu verschmähen. Die Eckzähne erinnern zwar an das fleischfressende Raubtier, sind aber nur Waffen. Die arten lebt in Polygamie und in kleine Gesellschaften vereint; wenige, wie der langarmige Gibbon (Hylobates lar), sind monogamisch. Zwilllingsgeburten scheinen bei ihnen selten zu sein. Die Jungen werden von den Müttern mit vieler Liebe gepflegt. Ihre Gemütsäußerungen sind je nach den Arten verschieden. Einige Nachtaffen sind äußerst träge, die größern in der Regel menschenähnlichen A. meist melancholisch, besonders im Alter, in der Jugend dagegen sanftmütig und zuthulich, während die Paviane wilde und störrische Bestien sind. Die meisten gewöhnlichen A. dagegen sind außerordentlich lebhaft, lüstern, listig, neugierig, wachsam und selbst mutig und durch dief e Eigenschaften, Dolas durch ihre große Behendigkeit eine wahre Landplage für den Menschen in denjenigen Gegenden, welche sie bewohnen. Im allgemeinen sind sie auf die tropische Palmenzone beschränkt, die sie nur an wenigen Orten, wie 3. B. die gemeine Meerkatze bei Gibraltar, überbemt aer Da das Gehirn des A. durchaus nach em menschlichen Typus gebaut ist, so darf man auch bei den meisten eine hohe Intelligenz erwarten, die besonders in der Jugend ausgebildet ist, während im höhern Alter zugleich mit der Entwickelung der Kiefer die tierischen Affekte vorwiegen. Junge A. lassen sich stets zähmen, alte nur selten. Man unterscheidet gewöhnlich die Halbaffen oder Affer (Prosimii) von den eigentlichen A. (Simiae). Erstere, zu denen die Maki und Lori gehören, gleichen schon mehr den Insektenfressern durch Gebiß und nächtliche Lebensweise und müssen eine besondere Ordnung bilden, welche von manchen neuern Naturforschern als Stammgruppe der meisten höhern Säugetiere betrachtet wird. Unter den eigentlichen A. unterscheidet man wieder die A. der Neuen Welt und die der Alten Welt als zwei eigene große Familien. Die A. der Alten Welt oder Schmalnasen (Simiae catarrhinae; s. Tafel I u. II) bewohnen die tropischen Gegenden Asiens und Afrikas. Sie haben 32 Zähne, wie der Mensch, eine schmale Nasenscheidewand, oft Backentaschen und Gesäßschwielen, nie einen Wickelschwanz. Es gehören hierher die Paviane (Cynocephalus) mit ungeheuern Eckzähnen in dem Hundskopfe, nackten Stellen im Gesicht und am Hintern, die oft seltsam gefärbt sind; die Meerkatzen (Cercopithecus) von zierlichen Formen, mit meist langem Schwanze; die Makaken (Macacus) von plumper Form mit meist kurzem Schwanze; die Stummelaffen (Colobus) mit meist verkümmerten Daumen an den Händen; die Langarmaffen oder Gibbons (Hylobates) mit ungeheuer langen Armen und ohne Schwanz; endlich die Menschenaffen oder Waldmenschen, große, menschenähnliche A. ohne Schwanz, Gesäßschwielen und Backentaschen. Von diesen letztern kennt man jetzt drei Arten, die alle schon lebend nach Europa gebracht wurden: den Orang-Utang (Simia satyrus), mit langen Armen, von braunroter Färbung, auf den Sunda-Inseln, besonders auf Borneo; den Schimpanse (Troglodytes niger) in Guinea, von schwarzer Färbung, mit großen Schlappohren; den Gorilla (T. Gorilla) am Gabun, den größten und furchtbarsten aller A., der schon von Hanno dem Karthager aufgefunden, später aber vergessen und erst in neuester Zeit wieder entdeckt wurde. Jeder dieser drei menschenähnlichen A. hat gewisse Charaktere, durch die er dem Menschen näher steht, der Gorilla dur die Hände und Füße, der Schimpanse durch die Zähne, der Orang durch das Gehirn. Über den Grad ihrer Verwandtschaft ist in neuester Zeit viel verhandelt worden, namentlich von Owen, Huxley, Broca, Bischoff und K. Vogt. Altere Arbeiten sind von Cuvier, Spix, Müller, Schlegel, Camper, d'Alton, Geoffroy Saint-Hilaire u. a. gelt den. Das Leben der A. im wilden Hender wie in der Gefangenschaft schildern in anziehender Weise Brehm in seinem «Illustrierten Tierlebeno (Bd. 1, 2.Aufl., Lpz. 1876) und Martin in seiner Illustrierten Naturgeschichte der Tiered (Bd. 1, Lpz. 1882). Im nördl. Europa gehen die A. meist durch Lungenschwindsucht zu Grunde; man behandelt diese Krankheit bei den A. jetzt in den Tiergärten mit Erfolg durch Gaben von Leberthran. Fossile Halbaffen hat man in großer Zahl in Nordamerika und Europa schon in den ältern Tertiärschichten gefunden; echte

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 170Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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