FeedArm Gürteltier
TierreichBrockhaus 1882

Arm Gürteltier, Tatu ODasypus) heißen plumpe, südamerik. Säugetiere aus der Ordnung der Zahnlosen (Edentata), welche sich vor der ihre Oberfläche deckt. Der dreieckige langschnauzige Kopf ist mit Schildern, der Rücken mit einem Panzer bedeckt, welcher den mit Borstenhaaren besetzten Bauch frei läßt und in der Mitte des Rückens in Schienenringe geteilt ist, deren Zahl bei den verschiedenen Arten verschieden ist. Der hele⸗ kräftige chwanz, die kurzen, dicken, mit Sichelkrallen bewaffneten Füße tragen vorn ebenfalls eine Besetzung mit Knochenschuppen. Das mit Borsten besetzte Maul hat nur einfache Backenzähne, keine Eck⸗ und Schnei I die Zunge ist stark, fleischig, die Augen klein, die Ohren meist 90‚1r AWt die Die plumpen, trägen Tiere, deren größte Art die Größe eines mittlern Schweins erreicht, leben in Erdhöhlen, die sie sich mit überraschender Schnelligkeit ausgraben. Bei Verfolgung kugeln sie sich zusammen oder suchen sich durch Eingraben G retten. Ihre Muskelkraft ist ungemein groß. Sie wühlen nach Fruchte und Würmern, verschmähen aber auch rüchte und Aas nicht, gehen nur in einsamen Gegenden bei Tage aus dem Loche, lassen sich bab. men, sind aber ungelehrig und zu nichts brauchbar Ihr Fleisch wird sehr geschätzt. Die größte, sehr seltene Gattung (Prionodon gigas) erreicht die Länge eines Meters und hat 90—100 Backenzähne. Sehr abweichend von den übrigen Tatu ist der sog. Schildwurf (Chlamydophorus truncatus) gebaut, der höchstens 12 em lang wird, nur noch in der Provinz Mendoza vorkommt und besonders durch ein Wales⸗ halbkreisförmiges, gefenstertes Knochenschild ausgezeichnet ist, das den abgestutzten Hintern deckt. Das Skelett des Tierchens gleicht in vieler Beziehung demjenigen des Megatheriums. n den Pampasthonen finden sich häufig fossile Ralte zahlreicher Gattungen und Arten kolossaler Panzertiere (Glyptodon, Panochthus ete.), deren Panzer aber sehr verschieden gebildet ist, indem er aus einzelnen, miteinander durch Nähte verbundenen, rundlichen oder sechseckigen Stücken fest gefügt ist und kein Zusammenkugeln gestattet. Der Schwanz ist bei diesen fossilen Tieren ganz von einer dicken, aus solchen Stücken gebildeten Knochenröhre umhüllt. Sie erreichten die Größe eines Nashorns. Ganze Skelette finden sich in den Museen von Buenos-Ayres, London, Paris, Mailand.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 910Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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