FeedAgide
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Agide (grch. alvis, lat. aegis) heißt bei Homer der von Hephästos geschmiedete Schild, welchen bei ihm regelmäßig Zeus, außer ihm Athene und ausnahmsweise Apollo führt. Wenn Zeus zürnt, schwingt er die A.; wenn er sie schüttelt, rauscht es wie Sturmwind, und Schrecken befällt die Völker. Zugleich ist die A. aber auch das Symbol der schirmenden Obhut der Götter. Nach anderer Mythe war die A. des Zeus, mit welcher er sich im Kampfe gegen die Titanen bedeckte, die Haut der Age, jener Ziege (grch. als), welche ihn auf Kreta säugte. Infolge solcher nach Ort und Zeit verschieden ausgebildeter Runntlern Pal findet man die Ä. bei Dichtern und Künstlern bald als Schild oder als Harnisch, bald als ein ber Brust Schulter oder Rücken mantelartig geworfenes Fell aufgefaßt. Bei der Athene, welche in der nachhomerischen Litteratur und in bildlichen Darstellungen Die Al fast immer trägt, weit häufiger als Zeus, btelunae Apollo und Ares sie nur in einzelnen Darstellungen haben, ist auf Kunstdenkmälern die Darstellung als eine Art Panzer, mit dem Gorgonenhaupte in der Mitte auf der Brust der Göttin, vorherrschend geworden. Ursprünglich ist die A. S mbol der Wetterwolke. Bildlich bedeutet A. soviel als Schutzmittel; unter der A. jemandes heißt daher: unter dessen Obhut. Vegidi (Ludw. Karh), Jurist, Publizist und Politiker, geb. 10. April 1825 zu Tilsit als der Sohn des als homöopathischer +1 namhaften Geh. Sanitätsrats Karl Julius A. (geb. 14. Mai 1795, gest. 11. Mai 1874 zu Freienwalde a. O.), erhielt seine wissenschaftliche Vorbildung auf den Gymnasien zu Düsseldorf und Königsberg und studierte 1842—47 in Königsberg, Heidelberg und Berlin die Rechte sowie Staatswissenschaften und Geschichte, fungierte dann als Privatsekretär der preuß. Minister Alfr. und Rud. von Auerswald und Graf Dönhoff, lehnte 19. Nov. 1848 die von Manteuffel ihm angetragene Stelle als Direktor des Litterarischen Bureaus des Staatsministeriums ab und widmete sich ausschließlich der publizistischen Thätigkeit, der er sich seit 1847 als berliner Korrespondent der von ihm mitbegründeten Deutschen Zeitungo zugewandt hatte; 45 Hayms Ausweisung redigierte er mit Mor. Veit bis zum Jan. 1851 die „Konstitutionelle Zeitung ». Am 11. Juni 1853 habilitierte sich A. in Göttingen als Privatdocent für Staatsrecht, Kirchenrecht und Völkerrecht, doch wurde ihm schon 1856, weil er als nationalgesinnter Preuße verdächtig war, vom Könige Georg die venia legendi für Staatsrecht entzogen. Im Frühjahre 1857 erhielt A. eine außerord. Professur der Rechte in Erlangen, die er bis 1859 innehatte. Während des ital. Kriegs von dem preuß. Ministerium Hohenzollern-Auerswald zu Rechtsgutachten und polit. Denkschriften verwandt, veröffentlichte er unter anderm die anonym erschienene Schrift: „Preußen und der Friede von Villafrancay (Berl. 1859). Im Okt. 1859 erhielt er die Professur der Geschichte und Staatswissenschaften am akademischen Gymnasium zu Hamburg und im uni 1868 eine ord. Professur der Rechte an der niversität Bonn. Von hier aus beteiligte sich A. an der freiwilligen Krankenpflege im Deutsch⸗ ranzösischen Kriege von 1870 — 71. Nachdem A. ereits 1867 vom Wahlkreise Wanzleben in den Norddeut chen Reichstag gewählt worden war, vertrat er in demselben seit 1868 den Wahlkreis Mörs-Rees, unterlag aber bei den Wahlen zum Deutschen Reichstage dreimal den Ultramontanen. In das preuß. Abeordnetenhaus wurde er im Nov. 1867 vom Wahlreise Goldapp-Stallupönen-Darkehmen und, nachdem er im Juni 1868 sein Mandat niedergele „Nörs bei den Neuwahlen von 1873 vom Wah kreise örs gewählt; er gehört, seit er Abgeordneter ist, der freikonservativen Partei an. Vom Fürsten Bismarck wurde er 16. April 1871 in das Auswärtige Amt des Deutschen Reichs berufen und am 24. Dezember desselben Hut er zum Wirkl. Legationsrat und vortragenden Rat ernannt, und zwar wurde ihm das Decernat über die gesamte polit. Litteratur einschließlich der Tagespresse übertragen. Als er im Frühjahr 1877 aus seiner Stellung im Auswärtigen Amte schied, wurde er zum Geh. Legationsrat befördert und zum ord. Honorarprofessor bei der jurist. Fakultät in Berlin ernannt. Die wichtigsten seiner Schriften sind: Der Fürstenrat seit dem Luneviller Frieden, eine reichsrechtliche Abhandlung (Berl. 1853), (Aus dem J. 1819, Beitrag zur deut chen ner Woiß (Hamb. 1861), Die Schlußakte der Wiener Ministerial-Konferenzen zur Ausbildung und Befestigung des Deutschen Bundes, Urkunden und Geschichter (Berl. 1860), Aus der Vorzeit des Zollvereins, Beitrag zur deutschen Geschichte (Hamb. 1866), der erste urkundliche achweis, daß der Zollverein das Werk der preuß. Politik ist. Ferner gab A. im Verein mit Klauhold 1861 —71 Das Staatsarchiv, Sammlung der offiziellen Aktenstücke zur Ge⸗

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 215Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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