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ErdkundeBrockhaus 1882

Agrigent (grch. Akragas, latinisiert Agrigentum), das jetzige Girgenti (s. d.) auf der Südküste Siciliens zwischen den Flüssen Hypsas (jetzt Drago) und Akragas (jetzt San-Biagio), war eine um 580 v. Chr. von Gela mit Unterstützung ihrer Mutterstadt Rhodos gegründete dor. Kolonie. Schon 10 Jahre nach der Gründung bemächtigte sich Phalaris der Burg und beherrschte die Stadt 16 Jahre lang mit Härte. Durch Handel bald blühend, besonders unter der Herrschaft des Theron (488 — 472), zählte sie zu den herrlichsten Städten der Alten Welt; sie soll 200000, nach anderer Angabe sogar 800000 E. gehabt haben, als sie 406 v. Chr. von den Karthagern zerstört wurde. Obgleich von Timoleon wieder aufgebaut, erreichte sie doch ihren frühern Glanz nicht wieder, wenn sie auch zur Zeit der Römer, denen sie sich 210 unterwerfen mußte, noch immer ein Platz von Wichtigkeit blieb. Davon zeugen auch viele noch vorhandene Ruinen. Am besten erhalten hat sich der fälschlich so genannte Tempel der Concordia, nächstdem der sog. Tempel der Juno Lacinia; der größte war aber der des olympischen Zeus, von dem jedoch nur wenige Reste erhalten sind. Außerdem finden sich noch in der Nähe der ebengenannten Überreste der Tempel des Herakles und der Dioskuren, und in einem andern Teile der alten Stadt die des sog. Tempels der Demeter und Persephone, sowie einige andere weniger bedeutende; unter den antiken Grabmälern ist das sog. Grab des Theron am besten erhalten. Vgl. Siefert, (Akragas und sein Gebiet' (Hamb. 1845); Serradifalco, Antichità della Sicilia o (Bd. 3, Palermo 1836); Schubring, «Histor. Topographie von Akragasv (Lpz. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 230Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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