Amphiseii oder Zweischattige, s. u. Ascii. Amphissa, Stadt der westl. (ozolischen) Lokrer im mittlern Griechenland, lag 10 Em nordwestlich von Delphi am nördl. Ende einer sehr fruchtbaren, noch jetzt mit ölbaumpflanzungen, Weingärten und Getreidefeldern bedeckten Ebene, auf der Stelle des jetzigen Salona, und wurde von einer Akropolis auf einem steilen Hügel überragt, die 192 v. Chr. ein röm. Heer vergeblich bestürmte. Dieselbe enthielt einen Tempel der Athene mit einem altertümlichen Erzbilde der Göttin. Weil nach der Zerstörung von Krissa (s. d.) und dessen Hafen Kirrha die Einwohner von A. den Hafen für ihre Zwecke wiederhergestellt und von den zur See nach Delphi Pilgernden Zölle erhoben, auch die dazu gehörigen, mit dem Fluche belegten Ländereien teilweise benutzt hatten, wurde die Stadt von Philipp von Macedonien nach dem Beschlusse des Amphiktyonenrats 339 v. Chr. zerstört. Doch erfolgte bald ihre Wiederherstellung. In der Kriegsgeschichte der folgenden Jahrhunderte wird A. mehrfach genannt. W der Römerzeit, besonders nach der Schlacht bei Actium, erhielt das mit dem Rechte der Immunität beschenkte A. eine bedeutende Vermehrung seiner Bevölkerung, und noch zur Zeit der letzten röm. Kaiser stand es in Blüte.