FeedAirölo
ErdkundeBrockhaus 1882

Airölo, deutsch Eriels, Pfarrdorf im schweiz. Kanton Tessin, am südl. Fuße des St. Gotthard, 1179 m über dem Meere, am Ticino gelegen, dessen zwei Quellbäche sich in der Nähe vereinigen, an der Gotthardstraße und ⸗Bahn der erste Ort, wo italienisch gesprochen wird, zählt (1880) 3678 C. und wurde, nachdem es 17. Sept. 1877 zu zwei Dritteln abgebrannt war, hauptsächlich in Stein wieder aufebaut. Das obere Thal des Ticino bis A. heißt al Bedretto (s. d.), das untere von A. an Livinerthal (s. Ticino). Bei A. mündet von N. her der 14,½ km lange Haupttunnel der Gotth seine sel (A.⸗ Göschenen) und von ND. her das durch seine seltsam Denn teten Felsen MoonStuld Thal Canaria. Hier eginnt der Engpaß von Stalvedro, wo die Gotthardstraße durch vier dicht aufeinanderfolgende, bis 75 m lange Galerien führt. Gegen NW. von A. öffnet sich das enge, wilde Thal Val Tremöla, in welches der aus einem St. Gotthardsee entstehende Quellbach des Ticino in zahlreichen Katarakten zwischen düstern Schieferfelsen hinabrauscht und durch welches sich die Gotthardstraße in 46 Windungen hinzieht. Die in den Felsen eingehauenen, jetzt erloschenen Worte (Suworow victoro erinnerten an das Gefecht vom 24. Sept. 1799 zwischen Russen und Franzosen, durch welches Suworow (s. d.) den Üübergang über den St. Gotthard erzwang.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 280Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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