FeedAlbertville
ErdkundeBrockhaus 1882

Albertville, Stadt im franz. Depart. Savoie, liegt in einem fruchtbaren, anmutigen Thalbecken am Arly, unweit von dessen Mündung in die Isere, besteht ursprünglich aus den beiden Flecken LHöpital und Conflans, die 1845 zur Stadt vereinigt wurden, und zählt (1876) 4750 E. L'Höpital, das eigentliche A., liegt 315 müber dem Meere, auf dem rechten Ufer des Arly, besitzt stattliche neue Quartiere mit breiten Straßen, ein schönes Rathaus, einen Justizpalast und ein großes Zwangsarbeitsdans Eine schöne Marmorbrücke führt nach Conans hinüber, das mit seinen verfallenden Ringmauern und engen winkeligen Gassen, seiner alten Herzogsburg und stattlichen Kirche 422 m über dem Meere, auf einer aussichtsreichen Felsterrasse liegt. Mit Chambery ist A. durch eine Eisenbahn verbunden, die bei St.⸗Pierre dAlbigny von der Mont-Albertypie oder Albertotypie, das von Jos. Albert (s. d.) erfundene photographische Druckverfahren, s. Lichtdruck. — Alberus (Erasmus), Schriftsteller des Reformationszeitalters, Sohn eines Schulmeisters zu l Sprendlingen in Oberisenburg-Budingen, geb. um 1500, studierte um 1520 in Wittenberg, wo er Lu-Eucd Lieblingsschüler war. Ein Eiferer für die ache der Reformation und des starren lutherischen Dogmas, war A. zuerst in seiner Heimat, dann an mehrern andern Orten als Lehrer und Prediger thätig und starb als Generalsuperintendent zu Neubrandenburg in Mecklenburg 5. Mai 1553. In der Geschichte der deutschen Dichtung ist A. bekannt durch eine Reihe geistlicher Lieder (herausg. von Stromberger, Halle 1857) und durch einige satirischpolemische Gedichte, namentlich aber durch 49 gereimte Fabeln, enthalten in dem Buch von der Tugend und Weisheite (Frankf. 1550), die reich an witzigen Einfällen und in fließender, gewandter Darstellung abgefaßt sind. Von seinen zahlreichen prosaischen, zum Teil ebenfalls satirischen und polemischen Schriften ist Der Barfüßer Münche Eulenspiegel und Alkoranv, mit Vorrede Luthers, berühmt geworden. Vgl. Körber, Beitrag zu der Lebensbeschreibung Erasmi A., eines der ersten Reformatoren in der Wetteraus (Hanau 1751).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 339Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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