Albertrandy (Jan Baptist), poln. Geschichtsforscher, geb. 7. Dez. 1731 zu Warschau als Sohn eines nach Polen übergesiedelten Italieners, erhielt in den Eedsenem 1 eine sorgfältige Erziehung und war seit seinem 19. Jahre Professor erst am Kollegium zu Pultusk, später zu Plock, Nieswiez und zu Wilna. Nachdem er eine Zeitlang als Bibliothekar der Bibliothek Zaluskis 0 arschau gewirkt, berief ihn 1764 der Primas 3 clei um Erzieher seines Enkels, indem er ihn zugleich zu Staatsgeschäften benutzte. Nach dem Tode des GSena. begab sich A. mit seinem Zöglinge nach iena, wo er aus dem Jesuitenorden trat und Weltgeistlicher wurde. Er besuchte sodann Rom und kehrte mit reichen Sammlungen nach Warschau zurück. Stanislaus August ernannte ihn zu seinem Lektor und übertrug ihm die Aufsicht über seine Privatbibliothek. Um die Lücken dieser Bibliothek in Beziehung auf die Geschichte Polens auszufüllen, arbeitete A. 1782 — 85 in den Bibliotheken Italiens, wofür Stanislaus August seine Ernennung zum Titularbischof von Zenopol veranlaßte. Zur Vervollständigung seiner Sammlungen reiste A. sodann noch nach Stockholm und Upsala. Nach der Abdankung des Königs (1795) war A. fast dem Mangel preisgegeben. Durch seine Bemühungen trat 1800 die „Gesellschaft der Freunde der Wissenschafteno zusammen, deren Präsident er wurde. A. starb 10. Aug. 1808. Seine Handschriften wurden zum Teil von Czacki für die Bibliothek des Gymnasiums zu Krzemieniez in Volhynien Lahrkauft. Unter den Schriften A.s befinden sich Jahrbücher der röm. Republiko (2. Aufl., 2 Bde., Warsch. 1806), Röm. Altertümer, aus Münzen erläuterty (3 Bde., Warschau 1805—8) und Jahrbücher des Königreichs Poleno (Warsch. 1768). Außerdem hat Onacewicz aus A.s Nachlaß die «Regierung der Jagellonen Kasimir, Johann Albrecht und Alexanderd (2 Bde., Warsch. 1826) und die Regierung des Heinrich von Valois und des Stephan Bathoriv (2 Bde., Warsch. 1823; Krak. 1860), Edw. Raczynski, „Sechsundzwanzig Jahre der Herrschaft des Wladislaw Jagiellod (Bresl. 1844) herausgegeben.