FeedAlbertusthaler oder Albertiner
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Albertusthaler oder Albertiner, auch Kreuzthaler, Brabanter oder Burgunder Thaler genannt, eine seit 1598 gangbare Münzsorte, die vom Statthalter der südl. Niederlande, dem Erzherzog Albert (Albrecht), den Namen erhielt. Es waren Thaler von 13 Lot 8 Grän (840¼ Tausendteilen) Feinheit, deren 9¾ auf eine feine Mark gingen. Dieselben zeigten im Revers das burgund. große Andreaskreuz mit dem Goldenen Vließ nebst der Umschrift: Pace et Justitiap, und verbreiteten sich darum so allgemein, weil von den Niederlanden aus die zahlreichen span. Anleihen, Subsidien, Zinsen u. s. w. in dieser, meist aus amerik. Silber geprägten Münzsorte bezahlt wurden. Später gingen die A. auch häufig nach Rußland, Polen und der Türkei für von dorther bezogene Waren und wurden dadurch auf eine Zeitlang die im Handel mit diesen Ländern fast einzig gangbare Münze. Deshalb prägten —7 andere europ. Staaten, die dort Zahlungen zu leisten hatten, solche Thaler. Zuerst Braunschweig 1747, dann Maria Theresia 1752 mit dem Andreaskreuz, der Herzog von Holstein 1753, König Friedrich II. von Preußen 1767 und Friedrich Wilhelm II. 1797. Die Herzöge von Kurland prägten solche von 1752—80 als Landesmünze. Der A. war bis gegen 1815 die vorzüglichste Rechnungseinheit in den russ. Ostseeprovinzen; die dort geltenden, wirklich geprägten (holländischen) A. gingen 9½ auf die köln. Mark feines Silber, hatten also einen Wert von 1 Thlr. 13/½ Silbergr. preuß. Cour. Der Albertusgulden war in den russ. Ostseeprovinzen ein Drittel, der Albertusort ein Viertel des A., welcher letztere in 90 Albertusgroschen geteilt und insgemein zu 1½ Thlr. Cour. gerechnet wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 339Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Handwerk & Gewerbe 6