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ReligionBrockhaus 1882

Alcantära (Orden 11— einer der drei alten geistlichen Ritterorden Spaniens, welcher 1156 von den Brüdern Don Suero und Don Gomez Fernando Barrientos zur Verteidigung des gegen die Mauren neuerbauten Grenzkastells San-Julian de Peral (Pereyro) als Iie enhop diefelor gestiftet wurde. Papst Alexander III. erhob dieselbe 29. Dez. 1177 zu einem .53.—5 Ritterorden, dem er die gemäßigte Regel des Benedikt gab. Nachdem er von König Ferdinand II. von Castilien große Freiheiten erhalten, versah ihn Papst Cölestin III. 1197 mit vielen Privilegien, stellte ihn unmittelbar unter den Heiligen Stuhl und verpflichtete ihn zur Verteidigung des christl. Glaubens und zum ewigen Kriege gegen die Mauren. Alfons IX. schenkte 1218 dem Orden die Stadt A., nach welcher sich derselbe fortan benannte und wohin er seine Residenz verlegte. Im Kampfe mit den Mauren erwarb der Orden großen Kriegsruhm, aber auch große Reichtümer. Er verbreitete und bereicherte sich in ganz Spanien, verlor aber durch innere Händel Kraft und Einfluß, bis er unter dem Großmeister Don Juan de Zufiga 1479 sich wieder hob. Unter Ferdinand V. wurde 1494 die Großmeisterwürde mit der Krone Spaniens vereinigt. Die Ordensritter wurden 1540 von dem Gelübde der Keuschheit entbunden, durften heiraten und legten seitdem vier Gelübde ab: das der Armut, der ehelichen Keuschheit, des Gehorsams und der Verteidigung der Lehre von der unbefleckten Empfängnis Mariä. Bis zur franz. Oecupation 1808 besaß der Orden 37 Komtureien mit 53 Städten und Dörfern, von denen ihm nach der Restauration nur ein kleiner Teil wiedergegeben wurde. Von den Liberalen mehrmals aufgehoben, bestand der Orden unter Isabella II. und Amadeus nur noch als militärischer Verdienstorden, wurde von der Republik 1873 wieder aufgehoben, von Alfons XII. indes 1875 abermals wiederhergestellt. Das Ordenszeichen, seit 1441 ein grünes Malteserkreuz, dessen Arme durch goldene Lilien verbunden sind, wird am grünen Bande um den Hals, in Seide gestickt auf dem Rocke und weißen Mantel getragen. In dem Wappen führt der Orden einen Birnbaum span. peral) mit zwei Balken.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 356Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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