Alemdar, gewöhnlich Sandschaktar (Fahnenträger; das arab. Alem ist die Übersetzung des türk. Sandschak, d. i. Fahne), spezieller Titel der mit dem Tragen des im Serail von Konstantinopel aufbewahrten heil. Banners Mohammeds beauftragten Beamten. Die A. bilden ein Korps von 40 — nen, unter denen dieser Ehrendienst abwechselt. „Alemtejo oder Alente jo (d. h. jenseit des Tejo), die größte, aber volksärmste ehemalige Provinz Portugals, zählt auf 24 411 qkm nur (1878) 374 503 E., also 15 auf 1 qkm. Sie grenzt östlich an Spanien, nördlich an Beira, westlich an Estremadura und an das Atlantische Meer und südlich an Algarve. An den Ostgrenzen des Landes erheben sich eine Menge niedriger, durch Gruppierung, schroffe Felswände und ahen die Ruinen malerische Bergzüge. Westlich gehen die Berghänge in breite Ebenen (Campos) über, welche vor ihrer Verflachung zur sandigen Küste noch einmal durch isolierte Felskämme unterbrochen werden. Auf der südl. Grenze steigt das algarb. Gebirge zu einer Höhe von etwa 650 m an. Die Provinz wird bewässert im O. durch den Guadiana mit dem Wasserfall Salto do Lobo, unweit Serpa, durch den Tejo nur kleinenteils im N., und im SW. durch den Sado oder Sadäo. Im S. und W. ist das Klima heiß und trocken; hier sind die Ebenen von brauner Heide überzogen, ohne Baum und Strauch, von Sumpfstrecken unterbrochen und mit spärlichem Anbau bekleidet. Im O. dagegen szind die Thäler äußerst fruchtbar und die Berge mit schönen Holzungen versehen. Nächst Weizen und Gerste baut man Reis und Mais; Wein gedeiht fast überall. Die Schafzucht ist sehr bedeutend, nächstdem die Schweine- und Ziegenzucht. Handel und Industrie liegen danieder. Ungeachtet der Anzeichen nicht unbedeutenden Erzreichtums wird auch der Bergbau vernachlässigt, und die vorzüglichen Marmorarten, die sich z. B. bei Sega und Estremoz finden, werden nur Veor wenig verwendet. Der nördlichste Teil der Linas wird von der Ostbahn durchschnitten, welche Lissabon mit Badajoz verbindet; in das südl. Defa n von A. führt die Südbahn über Evora und eja ——⁷ Serpa und Casevel. Doch fehlt diesen Bahnen die Unterstützung durch ein gutes Landstraßennetz. Die Provinz umfaßt jetzt die drei Distrikte: Evora, Portalegre und Beja, zählt im ganzen 306 Kirchspiele, darunter nur drei eigentliche Städte oder Cidades (die Hauptstadt Evora, Portalegre und Beja), und 105 Flecken (Villas), zu welchen auch die Festungen Estremoz, Elvas, Campo-Mayor, Mertola u. a. gehören.