Alphabet heißt die Gesamtheit der in einer bestimmten 4 und 21 eine bestimmte Sprache angewendeten Buchstaben; die Benennung rührt von den Namen der beiden ersten Zeichen der griech. Buchstabenreihe, Labg und Beta, her. Die Anordnung der Buchstaben in den europäischen A. stammt von den Phöniziern her, von denen die Griechen die Schrift entlehnten, und ist mit teils zufälligen, teils durch die Beschaffenheit der betreffenden Sprache bedingten Veränderungen auf die andern europ. Völker übergegangen. Das Prinzip der Anordnung ist unermittelt. A., die nicht aus dem Phönizischen stammen, haben andere Anordnungen, die rationellste das indische (Sanskrit⸗) A. und die von ihm abgeleiteten, indem sie die Buchstaben zusammenstellen nach den Sprachorganen, mit denen die entsprechenden Laute ausgesprochen werden: Gutturale oder Kehllaute, Palatale oder Gaumenlaute, Linguale oder Zungenlaute, Dentale oder teilung unt Labiale oder Lippenlaute. Diese Einteilung und Anordnung ist mit bestimmten Modifikationen auch die jetzt in der Sprachwissenschaft befolgte. Eine reiche Übersicht von A. gibt Ballhorns «Alphabete orient. und occident. Sprachenp (12. Aufl., Nürnb. 1880). (S. Schriftarten.) Vgl. Wuttke, «Geschichte der Schrifto (Bd. 1, Lpz. 1872).