Alsen, dän. Als, eine zur Emi Provinz Schleswig-Holstein gehörige Insel im südl. Teile des Kleinen Belt, an der schlesw. Ostküste zwischen dem apenrader und flensburger Fjord gelegen, ist von dem Festlande, der Halbinsel Sundewitt, durch den Alsen⸗ oder Alssund getrennt, welcher 19 km lang, in seinem nördl. Teile bis 4 km breit, in seinem südlichen hingegen sehr schmal ist, eine Tiefe von 7 bis 21 m hat und an der schmalsten Stelle (etwa 250 m) bei Sonderburg von einer (1856 eröffneten) Schiffbrücke überschritten wird. Die Insel umfaßt 314 qkm; ihre größte Länge beträgt 30, die größte Breite 17 Km. Sie ist sehr fruchtbar, hat schöne Holzungen mit vielem Wild, fischreiche Landseen und wird gut bewirtschaftet. Berühmt ist die Obstbaumzucht; die Gravensteiner Aepfel sind ein bedeutender Ausfuhrartikel. Die Mitte des Landes zeigt eine Reihe von Hügeln mit flacher Abdachung nach den Küsten zu. Der höchste Punkt ist der 80 m hohe Hügeberg (Högebjerget). Die Zahl der Einwohner beträgt etwa 24 000, die, mit Ausnahme eines Teils der Städtebewohner, dänisch sprechen. Die Nusts macht den größten Teil des Sonderburger Kreises aus. Darin liegen die frühern adeligen Güterdistrikte des Herzogs von Augustenburg und die Städte Sonderburg (s. d.) und Augustenburg (s. d.). Im nördl. Teile der Insel liegt der Flecken Norburg (dän. Nordborg) mit 1377 C. und den Resten eines festen, Mitte des 12. Jahrh. erbauten Schlosses, das anfänglich Burg A. hieß. Den südwestl. Teil der Insel bildet die Halbinsel Kekenis (Kainäs), die durch den Hörup-Hafen abgetrennt wird und auf deren südl. Spitze sich ein Leuchtturm befindet. Früher stand daselbst die Räuberburg Kaiborg. In unmittelbarer Nähe des mittelsten und fruchtbarsten Teils Schleswigs, auch selbst im Stande, Haß längere Zeit eine große Truppenzahl zu unterhalten, ist die Insel stets sowohl als Rückzugs⸗ wie als Angriffspunkt von strategischer Bedeutung gewesen. Beim Ausbruch der Bewegung von 1848 wurde die Insel bereits 27. März durch die dän. Korvette Najade bewacht. Von hier aus unternahmen die Dänen 28. Mai den Angriff gegen General Halkett, sowie auch bei Wrangels Angriff 5. Juni die dän. Truppen von A. aus verwendet wurden. Nach der Besetzung der bon Sache Höhen 13. April 1849 durch die vereinigten Sachsen und Bayern und die Befestigung derselben deutscherseits verlor A. als Angriffspunkt seine Wichtigkeit. Auch im Feldzuge der verbündeten Preußen und Osterreicher in Schleswig 1864 machte 70 die militärische Wichtigkeit der Insel geltend. Als sich die Dänen in der Danevirkestellung mit Umgehung und 9f. s der bedroht sahen, verließen sie ohne Kampf in der Nacht des 5. Ie diese Stellung und zogen sich eiligst nach Flensburg zurück, von wo aus sich ihre Hauptmacht durch die Halbinsel Sundewitt nach A, warf. Durch das Entkommen der Dänen nach A. trat in den Operationen der Verbündeten eine neue Wendung ein. Zunächst wurde die Düppelstellung 19.2 das preuß. Korps unter Prinz Friedrich Karl 18. April 1864 erstürmt. S. Düppel.) Dann folgte unmittelbar nach Aufkündigung des Waffenstillstands 29. Juni durch General Herwarth von 2. Hone die Eroberung der von 11000 Mann unter General Steinmann besetzten Insel A., die glänzendste Waffenthat des Bonen Kriegs. Der übergang erfolgte mittels ooten und Pontons in vier Kolonnen, ausgeführt von einer combinierten Division, 11 Bataillonen, den Zietenschen Husaren und 2 eneral von N. gezogenen Batterien unter dem General von Manstein. Das dän. Panzerschiff Rolf Krake, das mit einem mid. dir erschien und sein Feuer eröffnete, wurde durch Strandbatterien zur Abfahrt veranlaßt. Eine Reservebrigade und noch eine andere folgten über den Sund, schließlich 18000 Preußen auf A. standen. Beim Dorfe Kjär kam es zu einem lebhaften Gefecht, welches sich erst 6 Uhr abends zu Gunsten der Preußen entschied; auf den 6. ar von Sonderburg war der letzte Fuudes ua ampf, der mit dem Rückzuge des eindes nach der Halbinsel Kekenis gegen 7½ Uhr abends endigte. Die brennende Stadt Sonderburg wurde genommen. Die ch ein Teitn hatte um 9½ Uhr bei Höruphaff, wo 4 * eil der dän. Truppen einschiffte, ein Ende. Am folgenden Tage, den 30. Juni, war die Insel ganz von den Dänen geräumt. Für die an der Eroberung von A. beteiligten preuß. Truppen wurde ein Erinnerungskreuz, das Alsenkreuz, gestiftet. Die strategische Bedeutung der nunmehr in deutschem Besitz befindlichen Insel A. in Verbindung mit der Düppelstellung veranlaßte den Umbau der aus früherer Zeit vorhandenen Befestigungen. Sonderburg auf A. ist mit mehrern permanent erbauten starken Forts (darunter namentlich das Fort Herwarth nördlich von der Stadt) ausgestattet und die Düppelstellung erheblich verstärkt worden, wodurch die Reede von Sonderburg zu einem auch nach der Seeseite hin wohlbefestigten Sammelplatze für Flottenabteilungen umgeschaffen wurde und in Zukunft eine günstig gelegene Basis für Operationen in den skandinav. Gewässern abgeben kann.