FeedAalborg (spr. Ohlborg)
ErdkundeBrockhaus 1882

Aalborg (spr. Ohlborg), Stadt in Jütland, am Südufer des hier nur 630 m breiten Liimfjord, über den hier eine am 8. Juli 1879 eröffnete Eisenbahnkettenbrücke führt, und an der Linie Langaa-Frederikshavn der Jütischen Eisenbahn, ist unregelmäßig und altertümlich gebaut, Sitz eines luth. Bischofs, sowie eines Stiftsamtmanns, der im alten Schlosse Aalborghuus wohnt, und zählt 14152 E. (1880, gegen 5579 im J. 1801). Die Stadt besitzt zwei Pfarrkirchen, eine treffliche Kathedral⸗„ eine Bürger⸗, eine Frei⸗ und eine Navigationsschule, eine Börse, ein Museum und die Stiftsbibliothek (30 000 Bände). Die Fabrikthätigkeit liefert besonders Leder, Zucker, Bier, Handschuhe und Tabak. Hauptnahrungsquelle der Bewohner ist 1500 nebst Schiffahrt und Schiffsbau der Handel, welcher, besonders nach England, Norwe en und Schweden, mit 1 eigenen Schi en betrieben wird. Der Hafen ist für größere Seeschiffe gegenwärtig zu seicht. Die ehemals sehr bedeutende chbruch (1529 in dem Liimfiord hat seit dessen Durchbruch (1825) ganz aufgehört; die Fischerei im allgemeinen ist jedoch noch immer wichtig. Schon im 11. Jahrh. heu A. als wichtiger Handelsplatz. In der sog. Grafenfehde strmten 18. Dez. 1534 die Holsteiner unter Joh. Rantzau das von Bauern besetzte A., wobei wurden. Als Wallensein 1627 Jütland wehwilte, 2000 Bauern mit ihren Familien niedergemacht wurde A. geplündert, auch später, 1644 und 1657, von den Schweden heimgesucht. Am 10. Juli 1864 überschritten die Preußen bei A. den Liimfjord und besetzten dann den nordöstl. Teil von Jütland bis Skagen. — Das Amt A., in der Hauptsache das Land stend, l dem Mariager-⸗ und dem Liimfjord umfassend, ist 2896 akm groß und zählt (1880) 96 205 E., welche, mit Einschluß von 2 Städten (A. und Ribe) und 3 Flecken, zusammen in 113 en-Nr wohnen, und besitzt ausgedehnte Wiesen⸗, Moor⸗ und Heidestrecken. — Das Stift A. begreift kirchlich die Amter des u und Thisted nebst dem Herred (Bezirk) Kjaer des Amtes A. und der Stadt A. selbst.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 5Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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