Alandsinseln (spr. Olands⸗), eine Gruppe von etwa 300 Granitinseln und Klippen, von welchen 80 bewohnt, am Eingange des Bottnischen Meerbusens und an der Südwestecke Finlands, zu dessen Gouvernement Abo-Björneborg sie darh und Der westl. Seestrich, zwischen der Insel Eckerö und der schwed. Küste bei Grisslehamn, heißt das Alandshaf, ist 40 — 45 km breit, inselfrei und nur in i strengen Wintern zugefroren. Der Strich östlich von der euen S. Aland, gegen NO. bis Nystadt und gegen SO. bis zur Landspitze Hangö-udde an der Küste Finlands, ist 80— 150 km breit und mit einem Labyrinth von Inseln, kleinen Eilanden oder Holmen, Klippen oder Schären bestreut, die im Winter mit dem Eise eine Brücke zu dem Festlande bilden und deren unzählige Buchten und engen Sunde nur einer Schärenflotte Bewegung gestatten. Durch die von S. gegen N. gerichteten Kanäle Delet, Lappwesi und Skiftet ist das Inselmeer in vier Gruppen geschieden. Zu der westl. Gruppe gehören Aland, davon im W. gelegen Eckerö, im O. (jenseit des Bomarsunds) die Insel Wardö, im SO. Lemland, Lumparland, Föglö u. s. w. Zu den Mittelgruppen zählen Kumlinge, Sottunga, Brändö, Kökars u. a., zu der östl. Gruppe Houtskär, Korpo, Nagu u. s. w. Letztgenannte im O. von Skiftet unmittelbar an der Küste Finlands liegenden Inseln und Schären werden gewöhnlich nicht zu dem Aland-Archipel gerechnet. Der ganze Archipel hat ein Areal von 1426 akm und zählt (1875) 18 413 E. in 15 Kirchspielen. Ob leich der felsige Boden nur mit einer dünnen Erdschicht bedeckt ist, trägt er doch Fichten, Tannen und Birken und gewährt Gerste und Roggen zur Genüge, sowie durch gute Weiden Unterhalt für einen tüchtigen Viehstand. Die Einwohner sind schwed. Ursprungs und gute Seeleute. Außer Landwirtschaft treiben sie Seevögeljagd, Fischerei, Robbenfang. Die von Meeresbuchten tief eingeschnittene Hauptinsel Aland enthält ein Drittel des Areals und zwei Drittel der Kiechbevölkerung des ganzen Archipels in sechs Kirchspiele. Die Haupistadt der Insel, Mariehamn, ist erst von den Russen erbaut worden und rul (1875) 358 E. Die Insel hat noch viele alte Lokalnamen, welche das Andenken der finn. Urbevölkerung bewahren. Das verfallene Schloß Kastelholm im Kirchspiele Sund, am Bomarsund, war bis 1634 Sitz des schwed. Statthalters. Die Russen eroberten die Insel vorübergehend 1714, nachdem sie unter Apraxin 27. Juli die Schweden unter Ehrenskiöld in der Seeschlacht bei der Landspitze Hangö besiegt hatten. Im Frühjahr 1718 wurde in dem Dorfe Löfö auf Wärdö und dann 25. Mai 1718 bis 13. Sept. 1719 zu Wargata, einem andern Dorfe auf der nämlichen Insel, über den schwed.⸗russ. Frieden unterhandelt, der 1721 zu Nystad zu Stande kam. Als 1808 zwischen Russen und Schweden der Seekrieg begann, lieferte man sich eine Reihe von Seegefechten in den Buchten und Sunden zwischen Aland und Abo. Am 14. März 1809 zogen die Russen unter Knorring auf dem Eise nach Aland und zwangen die Schweden unter Döbeln zum Rückzuge nach Grisslehamn (18. März). Einige Tage später befand sich der ganze Archipel in den Händen der Russen, den sie auch, mit Finland, im seln sin zu Frederikshamn behaupteten. Die Ineln sind für Rußland als Waffenplatz zur Sperrung und Beherrschung des Bottnischen und des Finnischen Meerbusens von Wichtigkeit. Die verbündeten Engländer und Franzosen bemächtigten sich daher im Ostseefeldzuge von 1854 durch Einnahme der seit 1835 erbauten Filtelte Bomarsund (16. Aug.) der Inseln, verließen dieselben aber wieder Anfang Septembor, nachdem sie Irfund russ. Werke zerstört hatten. (S. Bom arsund.)