FeedAltmühl (Alcimona oder Alemona)
ErdkundeBrockhaus 1882

Altmühl (Alcimona oder Alemona), ansehnlicher linker Nebenfluß der Donau in den Regierungsbezirken Mittelfranken und Oberpfalz des Königreichs Bayern, entspringt 467 m hoch zwischen dem Wildbad Bernheim und dem Weiler Hornau auf dem Burgbernheimer Walde der fränk. Terrasse, 11 km nordöstlich von Rothenburg an der Tauber, und hat eine südöstl. Hauptrichtung in einem sehr gekrümmten und langsamen Laufe von 195 km Länge. Im obern Laufe geht die A. der Wörnitz parallel gegen SSO., tritt bei Treuchtlingen aus dem Flachlande in den Fränkischen %% hinein, den sie in enger Spalte mit großen erpentinen durchbricht, anfangs in einem gegen S. geöffneten Bogen, dann wieder in die Südostrichtung umlenkend, bis sie bei Iutuchen 342 m bme mündet. Oberhalb der romantischen Durchruchsstrecke zeugen Weiher und Sumpfstrecken von ehemaliger Stagnation; innerhalb der erstern ist das von Dolomitfelsen ausgekleidete Thal tief einehreudem und infolge der Einengung häufig vereerenden überschwemmungen ausgesetzt. Die A. hat strichweise die üppigsten Wiesengründe, ist reich an Her fu und besonders an Krebsen; auch gilt ihr Wasser für vorzüglich geeignet zur Bierbrauerei. Sie ist 20 mebreit, 1—6 m tief, aber nur durch Kunst 30 km aufwärts schiffbar gemacht, bis Dietfurt, wo der Ludwigskanal in das Maingebiet führt. Auf der linken Seite nimmt sie nach ihrem Eintritt in den Jura die Hintere Schwarzach, die Sulz und die Laber auf; rechts fließen ihr in ihrem obern 1919 die Wieseth, die Rohrach, der Möhrenbach und die Schambach zu. Die A. durchsetzt zweimal, bei Kipfenberg und bei Gunzenhausen, den röm. Pfahlgraben oder die Teufelsmauer (s. d.). Von der A. führte 1806 — 10 der bayr. Altmühlkreis seinen Namen, dessen Hauptstadt Eichstädt war. Vgl. Weininger, «Führer durch das Altmühlthalo (Regensb. 1867); Kugler, «Die —— ½ p, d. h. das Altmühlthal mit dem Flußgebiet seines Berglandesv (Ingolst. 1868).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 503Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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