Ammer oder Amper, linker Nebenfluß der Isar in Oberbayern, entspringt unweit der tirol. Grenze in 1108 m Höhe am Kreuzspitz des Ampergebirgs, des zwischen dem Lech und der Loisach gelegenen Teils der bayr. Kalkalpen. Im obern Laufe, innerhalb des durch Naturschönheiten ausgezeichneten Ammerthals, durchfließt die A. zuerst ostwärts bis in die Gegend von Ettal das Graswangthal, in welchem sie im Sande verschwindet und erst nach Stunde Wegs bei Graswang als ein mächtiger Bach von 2,5 m Breite und ziemlicher Tiefe wieder zu Tage kommt. Unweit Ettal wendet sie 27 plötzlich nordwärts und durchbricht zwischen der Laube Pyramide des Kofel und dem 1632 m hohen Lauber (volkstümlich «Ettaler Mandlo genannt) den bis dahin ununterbrochenen besdunl: d5 in einer kaum 20 m breiten Querspalte, bespült die Dörfer Ober⸗ und Unterammergau und ießt zwischen Vorbergen in einem 5 km breiten und 15 km langen, wiesenreichen Thale, bis sie das Gebirge verläßt. Anfangs nimmt sie über I. und Polling eine nordwestl. Richtung, wendet sich dann plötzlich am Südfuße des 990 m hohen Pleißenbergs gegen O. und dann nordwärts über Weilheim, wo sie in die Ebene tritt und durch moosige Niederung in den Ammersee fließt. Nach ihrem Austritt aus demselben als Amper wird sie schiffbar, wendet sich gegen NO. über Bruck und Dachau durch ein flaches, von Sumpfstrecken begleitetes Thal, zuletzt fast ostwärts über Kranzburg und Isareck dunch ein weites, fruchtbares und anmutiges Thal, und mündet unweit Moosburg unterhalb Freising in die Isar. Auf ihrem 208 km langen Laufe empfängt sie rechts die Ach oder Acha aus dem Staffelsee und die Würm aus dem Würm⸗ oder Starnbergersee und dem Dachauer Moos; links die Halbammer, die Rott aus dem Wessobrunner⸗ oder Zellersee, die Winda beim Austritt aus dem Ammersee, die Maisach und die Glon. Auf der A. wird aus dem Gebirge viel Holz in den Ammersee und nach Dachau geflößt. Der Ammersee, dessen westl. Ufer flach und an dessen südöstl. Gestade der Klosterberg Andechs (s. d.) emporsteigt, liegt 539 m über dem Meere, ist 16 Km lang, 2—6 km breit und bis 87 mtief. Ihm fließen im O. der Arzlaer⸗ und der Fischbach, die Wasser des Wörth⸗ und des Pilsen- oder Seefeldersees zu. Die betriebsamen hen Eendes obern Flußthals verfertigen Spielsachen, Kruzifixe, Heiligenbilder u. dgl. aus Holz, Glas und Elfenbein, die weithin versendet werden. Besonders blüht dieser Industriezweig in den beiden im sog. Ammergau gelegenen Dörfern Ober- und Unterammergau, von denen namentlich Oberammergau (s. d.) durch seine Passionsspiele bekannt ist. A. heißt auch ein 28 kmelanger linker Zufluß des Neckars im württemb. Schwarzwaldkreise, welcher zu Haslach bei Herrenberg entsteht, den fruchtbaren Strohgau durchströmt und bei Tübingen mündet.