FeedAluminiumoxydhydrat
NaturlehreBrockhaus 1882

Aluminiumoxydhydrat A.(OH)g6. Außer normalem Thonerdehydrat von der durch die Formel ausgedrückten Zusammensetzung, das sich in der Natur als Hydrargillit und Gibbsit findet, kommen noch zwei andere Hydrate vor, nämlich Al 0 (OEI)z als Diaspor und AI 0(0LU) Bauxit. Aluminiumoxydhydrat erhält man als weißen gelatinösen Niederschlag beim Vermischen von löslichen Thonerdesalzen mit wässerigem Ammoniak. Technisch wird dasselbe dargestellt durch Schmelzen von feingemahlenem Bauxit mit kohlensaurem Natron oder durch Glühen von Kryolith mit Kalk, in beiden Fällen läßt sich Natriumaluminat mit Wasser ausziehen, dessen Lösung beim Einleiten von Kohlensäure einen dichten Niederschlag von Thonerdehydrat fallen läßt, während kohlensaures Natron in Lösung geht. Beim Trocknen bildet das A. feste harte Stücke oder ein leichtes weißes Pulver, welches beim Glühen sein Wasser abgibt und sich in amorphe Thonerde verwandelt. Das künstlich dargestellte Hydrat löst sich leicht in Säuren wie in Alkalien, die natürlich vorkommenden Hydrate sind erst in Säuren löslich, nachdem sie schwach geglüht worden sind. Das Aluminiumoxydhydrat tritt außerdem in in Wasser löslicher Form, als kolloidale Thonerde auf. Man erhält diese Modifikation nach Graham, indem man eine mit Thonerde gesättigte Lösung von Aluminiumchlorid der Dialyse unterwirft; es diffundiert dabei Chlorwasserstoff in das Außenwasser, während das lösliche Hydrat im Dialysator zurückbleibt; dasselbe geht außerordentlich leicht in die unlösliche Modifikation über, so durch Spuren von Salzen, es genügt 3. B. ein Zusatz von Brunnenwasser, um gewöhnliches Thonerdehydrat zu fällen. Vom Thonerdehydrat leiten sich einerseits die Aluminate d.) ab, indem die Wasserstoffatome der Hydroxylgruppen durch Metalle ersetzt werden, und andererseits die Aluminiumoxydsalze, indem die Wasserstoffatome der Hydroxylgruppen durch Säureradikale vertreten werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 508Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6