Alvensieben, eine sehr alte adelige, jetzt zum Teil gräfl. Familie, welche ursprünglich im Magdeburgischen und in der Altmark ansässig war, als Stammhaus A. an der Bever besaß und hier urkundlich 1163 nachweisbar ist. Das Haus teilte sich in der Folge in drei Hauptlinien, eine rote, schwarze und weiße, von denen die rote in ihren beiden Zweigen zu Erxleben und zu Kalvörde 1534 und 1553 erloschen ist. Die Weiße Linie schied sich mit den drei Söhnen des Joachim Valentin von A. in drei Aste zu Isernschnibbe, Eimersleben und Erxleben, von denen der erste 1680, der zweite 1734 ausstarb, während der letzte, von Gebhard Christoph von A. begründete noch gegenwärtig blüht. Die Schwarze Linie schied 5 im Anfange des 16. 15 rh. durch die beiden Brüder Ludolf und Joachim von A. in den Ludolfinischen (oder Hundisburgischen oder Neugaterslebenschen) und in den Joachimschen Zweig. Der Joachimsche Zweig blüht noch gegenwärtig in einem Alten und einem Neuen Hause, der ichem Abtei⸗ Zweig nur noch in der Neugaterslebenschen Abteilung, da die Hundisburgische 1696 ausstarb. Zu dieser Ludolfinischen Linie gehörte Philipp Karlvon A., geb. 16. Dez. 1745 zu Hannover, wo sein Vater Geh. Kriegsrat und sein Großvater Staatsminister war. Er wurde mit dem nachmaligen König Friedrich Wilhelm II. von Preußen und dessen Bruder Dheider einrich Karl erzogen, studierte zu Halle, bekleidete mehrere Amter zu Berlin und kam 1775 als Gesandter an den sächs. Hof, in welcher Stellung er sich die Gunst riedrichs d. Gr. erwarb. Unter Friedrich Wilelm II. führte er verschiedene diplomatische Sendungen aus und ging dann 1788 als außerordentlicher preuß. Gesandter nach den Niederlanden und nach England. Bei seiner Rückkehr nach Berlin wurde er 1. Mai 1791 zum Staatsminister des Auswärtigen ernannt. Nachdem A. 11. Jan. 1800 in den preuß. Grafenstand erhoben worden, starb er achmchen 3 zu Berlin 21. Okt. 1802. Zu dem Joachimschen Zweige der Schwarzen Hauptlinie zählte der braunschw. Minister Johan n August Ernst von A. (geb. zu Erxleben 6. Aug. 1758, est. 27. Sept. 1827), welcher 6. Juli 1798 mit 11 Nachkommen in den preuß. Grafenstand eroben wurde. Sein Sohn war der preuß. Staatsminister Albrecht von A. (s. d.), mit welchem der gräfl. Zweig der Schwarzen Hauptlinie abermals erlosch. Aus der Weißen oder Gardelegener Hauptlinie erhielten die beiden Brüder Friedrich Wilhelm August von A., geb. 31. Mai 1798, gest. 2. Dez. 1853, und Ferdinand Friedrich Ludolf, geb. 23. Jan. 1803, von Friedrich Wilhelm IV. 15. Okt. 1840 persönlich den Grafentitel verliehen. Der letztgenannte A. ist als Besitzer der Lehngüter Erxleben und Eimersleben Mitglied des preuß. Herren⸗ . auf Lebenszeit. Vgl. Wohlbrück, (Geschichtiche Nachrichten von dem Geschlechte von A.» (3Bde., Berl. 1819—29); von Alvensleben, «Stammtafeln des von cücher Geschlechtso (Erxleb. u. Berl. 1865); «Codex diplomaticus Alvenslebianus „, herausg. von v. Mülverstedt (Bd. 1—2, Magdeb. 1877—80).