FeedAmadeéus
GeschichteBrockhaus 1882

Amadeéus, ein im Hause Savoyen häufig vorkommender Name, der sich zuerst bei dem Grafen A. I., ältestem Sohne des Grafen Humbert, im Anfange des 11. Jahrh. findet, welcher durch seine Heirat mit Adelheid von Susa und Aosta zuerst gen der ital. Seite Fuß faßte. der Sohn, . ., gest. 1080, war Schwager Kaiser Heinrichs IV., dessen Bedrängnis bei dem Übergang über die Savoyischen Alpen (1077) er 2. Abpressung mancher Gerechtsame benutzte. — A. III. regierte 1108 1149 und starb auf der Rückkehr von einem Kreuzzuge auf Cypern. — A. IV., geb. 1197, regierte 1233—53, erhielt von Friedrich II. den Herzogstitel von Aosta und Chablais. — A. V., genannt der Große, der Stammvater der jetzt im Königreich Italien . Dynastie Savoyen, geb. 1249, regierte seit 1285, vermehrte den Länderbesitz seines Hauses durch Heirat und Kriege, rtem 1313 vom Kaiser Heinrich VII. die Reichsfürstenwürde, führte in seinem Hause 2 Heune⸗ enitur ein und starb 1323. — A. VI., der Grüne Graf, Enkel des vorigen, geb. 4. Jan. 1334, Graf seit 1343, zunächt unter Vormundschaft, erwarb 1355 im Kampfe mit dem Dauphin at die O und Gex, 1363 gegen Benn von Piemont die Souveränetät über dessen Besitzungen in Piemont, durch Vertrag das Waadtland und Valremy, 1365 durch die Gunst des Kaisers Karl IV. das Reichsvikariat über einen großen Teil von Oberitalien und starb 2. März 1383. A. stiftete 1362 den Orden des • äter Annunciatenorden genannt. — A. VII., der ote, Sohn des vorigen, geb. 24. Febr. 1360, folgte demselben 1383, zeichnete sich als Bundesgenosse Karls VI. von Frankreich bei Ppern aus, erstürmte Sitten bei einem Aufstande der Walliser gegen ihren Bischof, brachte Coni und A an sein Haus und starb 1. Nov. 1391. — A. VUIII., geb. 4. Sept. 1383, folgte 1391 unter der Vormundschaft seiner trefflichen Großmutter, Bonne de Bourbon, bis er 1398 die Regierung felbst antrat. Der Eifer, mit dem er die Bestrebungen Kaiser Sigismunds für Beseitigung des Schismas teilte, bewirkte die ECrhebung Savoyens zum Herzogtum (1416). Piemont wählte ihn nach dem Aussterben der dort regierenden Linie, deren nächster Erbe er war, zum Regenten (1418). Religiöse Schwärmerei bestimmte i n, 7. Nov. 1434 die Regierung niederzulegen und sich in eine Einsiedelei bei Thonon am Genfersee 430 uum Pus Das Konzil zu Basel wählte ihn 1439 zum Papst, als welcher er sich Felir V. nannte. Da ihm aber die Beendigung des Schismas nicht gelang, so leistete er 14⁴9 auf den päpstl. Stuhl Verzicht. Er starb 7. Jan. 1451 zu Genf. — A. IX., geb. I. Febr. 1435, Sohn des Herzogs Ludwig, trat die Regierung 1465 an, überließ sie aber 1469 Kränklichkeit halber seiner Gemahlin Jolanthe, Tochter Königs Karl MII. von Frankreich. Diese nahm den Titel einer Regentin an; allein die Brüder des Herzogs, die Grasen von Genevois und Bresse, griffen anläßlich dessen zu den Waffen, und A. wurde mit 0 Gemahlin in dem Schlosse Montmelian belagert und gefangen genommen. Nach gütlicher Beilegung des Streits starb A., nachdem er durch Testament vom 10. Sept. 1470 in seinem Reiche die Erbfolge nach der Erstgeburt eingeführt hatte, bald darauf 16. April 1472 zu Vercelli. — Später wurde der Name A. im Savoyischen Hause vielfach als zweiter Name geführt, B. Viktor A.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 513Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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