FeedHeinrich IV.
GeschichteBrockhaus 1882

Heinrich IV., König von Frankreich, 1589 — 1610, dritter Sohn Antons von Bourbon und der Johanna d'Albret, Tochter und Erbin Heinrichs, Königs von Navarra und Béarn, wurde 13. Dez. 1553 zu Pau in Béarn geboren. Sein Vater blieb 1562 vor Rouen, die Mutter aber hielt fest zur Sache der Hugenotten. Sie wußte sich und ihren Sohn den Anschlägen Katharinas von Medici zu entziehen und erklärte H. nach der Ermordung Ludwig Condés zum Haupte des prot. Bundes. Nach dem Frieden von St.⸗Germain-en-Laye schlug der franz. Hof, um die Bundeshäupter herbeizulocken und zu verderben, die Vermählung H.s mit Margareta von Valois, Schwester Karls IX., vor. Johanna wurde das erste Opfer dieser List: sie starb 9. Juni 1572 bei Hofe, wahrscheinlich an Gift. H. nahm nun selbst den Titel eines Königs von Navarra an und vollzog arglos 18. Aug. seine Vermählung, Schon am 24. brach über die Hugenotten die Bartholomäusnacht herein. H. wurde zwar verschont, mußte aber fortan die Messe besuchen und als Gefangener am Hofe bleiben. Endlich im Febr. 1576, nachdem sein Schicksalsgenosse

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 52Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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