Agnes (von Poitou), zweite Gemahlin des Kaisers Heinrich III. seit Nov. 1043, Tochter Herzo Wilhelms V. von Aquitanien, wurde mit Heinri 25. Dez. 1046 vom Papste Clemens II. in Rom kaiserlich gekrönt. 31s Pormund⸗ III. Tode (5. Okt. 1056) wurde sie als Vormünderin ihres So nes, des noch nicht 6 Jahre alten —15 5 IV. (s. d.), Belate Regentin des Reichs. Als der ihr zum erater bestellte Papst Viktor II. 17 1057 starb, denbent f. daß es A. an der Festigkeit und Entschieselbhsn ehlte, deren sie bei dem Widerstreben der selbstsüchtigen Fürsten und in dem schwierigen Verhältnisse zur röm. Kirche bedurfte. Die starke Königsgewalt, welche ihr Gatte gegen beide be auptet hatte, erlitt beträchtliche Einbuße. Selbst ihre per1 Ehre wurde angetastet, 1 Verhältnis zu em Ratgeber, den sie sich gewählt hatte, Bischof Heinrich von Augsburg, verdächtigt und endlich bildete sich eine fürstliche Verschwörung, um ihr die Regen 30 zu entreißen. Als A. im Mai 1062 sich mit ihrem Sohne in Kaiserswert befand, wurde ihr derselbe durch den Erzbischof Anno von Köln entführt. Auf sich allein gestellt, versuchte sie keinen Widerstand. Sie lebte seitdem —7• in Italien, so sehr unter dem Einflusse der strengsten kirchlichen Richtung, daß sie offenbar selbst den Bann gebilligt hat, welchen Gregor VII. 22. Febr. 1076 gegen ihren Sohn aussprach. Sie erlebte auch noch die Demütigung desselben zu Canossa, da sie erst 14. Dez. 1077 starb.