Amäsis oder Amosis (ägypt. Aah-mes, d. i. der junge Mond), Name zweier ägypt. Könige. — A. I. war der erste König des neuägypt. Reichs, an der Spitze der 17. (18.) Manethonischen Königsdynastie, welcher die bis dahin über ganz Agypten herrschenden kuschitischen Hyksos (Hirtenkönige) besiegte, nach der nördl. Grenzfestung Hauaris trieb und ihre Herrschaft im Lande brach, bis sie von aus Agypten vertrieben wurden. Er regierte (na Lepsius) 1684 — 59 v. Chr. — A. II., 570—526 v. Chr., ist der aus Herodot bekannte griechenie, der, König der 26. Manethonischen Dynatie, der, nachdem er sich mit Gewalt des Throns seines Vorgängers Apries bemächtigt hatte, den Griechen Naukratis überließ, die bereits unter Psametichos I. in Agypten angesiedelte Kolonie ion. und kar. Söldner nach Memphis zog und in aller Weise die Verbindung mit den Griechen begünstigte. Der materielle Wohlstand in Agypten wuchs infolge seiner Politik zu einer Höhe, —— selbst die glänzendsten frühern Zeiten nicht erreicht hatten. Er soll von niederer Herkunft und aus demselben saitischen Nomos gebürtig gewesen sein, wie die vor ihm regierende Königsfamilie. Seine Regierung war so weise und der Wohlfahrt des Landes günstig, daß er als einer der sechs großen ägypt. die er aufgeführt wird. Er ordnete vornehmlich die Verhältnisse der Nomarchen und die anze Staatshaushaltung Agyptens. Als die Eleer ich guten Rat wegen der Olympischen Spiele von ihm erbaten, soll er ihnen den gegeben haben, keine Eleer unter den Preisbewerbern zuzulassen. Er war es auch, der dem Polykrates von Samos die Gastfreundschaft aufgekündigt haben soll, weil er ihn dem Neide der Götter verfallen glaubte. Seine zuerst Amboes endent Verbindung mit dem Perserkönig Kambyses endigte mit dem Chr. der Einfalle des letztern in Agypten 525 v. Chr., der ihn aber schon bei seiner Ankunft nicht mehr am Leben fand. Sein Sohn und Nachfolger Psametichos III. verlor nach sechsmonalliher Regierung das Reich an die Perser.