Amboise (George d'), Kardinal und Minister unter Ludwig XII. von Frankreich, geb. 1460 zu Chaumont-sur-Loire, wurde schon im 14. Jahre Bischof von Montauban und Almosenier Ludwigs XI., später unter Karl VIII. Erzbischof von Narbonne und 1493 Erzbischof von Rouen. Von Ludwig XII. 1498 zum Minister ernannt, ward er der eigentliche Lenker des Königs und der Geschicke Frankreichs. In demselben Jahre erhob ihn Papst Alexander VI. zum Kardinal und bald darauf zum päpstl. Legaten in Frankreich, als welcher A. eine Reformation der Franziskaner und Dominikaner zu Dr hte e suchte. Nach Alexanders VI. Tode suchte er vergeblich die Papstwahl auf sich zu lenken. Die statt seiner erwählten Ruleue Pius III., der nur 27 Tage regierte, und Julius II. erhielten an ihm einen gefährlichen Gegner; denn A. veranlaßte jetzt ein Schisma zwischen der franz. Kirche und der päpstl. Kurie und veranstaltete ein 35 56 welches erst zu Pisa, dann zu Mailand und Lyon abgehalten wurde. Aber das Unglück der franz. Heere in Italien, das den Franzosen dort allen Einfluß raubte, vereitelte seine Pläne. Bald darauf starb der Kardinal zu Lyon, 25. Mai 1510. Vgl. Legendre, Vie du cardinal d'A.v (Rouen 1726); (Lettres du cardinal d'A. à Louis XIIy (1712).