FeedJulius II.
ReligionBrockhaus 1882

Julius II., 1503—13, eigentlich Julianus della Rovere, aus Albizuola, der Neffe Sixtus' IV., wurde von diesem zum Bischof und Kardinal erhoben und bestieg 1. Nov. 1503 den päpstl. Stuhl. Fast seine ganze Regierungszeit füllten Kriege für die Unabhängigkeit und die Vergrößerung des päpstl. Gebietes. Er vertrieb Cesare Borgia (s. d.), eroberte Bologna und andere Städte, that den Herzog von Ferrara in den Bann, brachte das empörte Florenz wieder zur Ruhe und schloß hierauf gegen die Republik Venedig mit dem Kaiser Maximilian I. und dem König Ludwig XII. von Frankreich die Ligue von Cambrai. Kaum aber hatte Venedig ihn durch Abtretung einiger Städte zufrieden gestellt, so vereinigte er sich mit dieser Republik gegen Frankreich zu einem neuen Bündnisse, der Heiligen Ligue, der auch Spanien, England und die Schweiz beitraten. In eigener Person führte er nun den Krieg gegen Frankreich, gegen das er sogar ein türk. Hilfsheer aufbot. Dem von Ludwig XII. und dem Kaiser Maximilian behufs einer Reform des Papsttums 1511 nach Pisa berufenen Konzil stellte er 1512 eine allgemeine Kirchenversammlung im Lateran entgegen. Er starb 21. Febr. 1513. Vgl. Dumesnil, „Histoire de Jules II, sa vie et son pontificato (Par. 1873); Brosch, «Papst J. II. und die Gründung des Kirchenstaatso (Gotha 1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 920Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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