FeedAlamanni (Luigi)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Alamanni (Luigi), berühmter ital. Dichter, geb. zu Florenz 28. Okt. 1495, stammte aus einer edeln, 1795 erloschenen Familie. Gleich seinem Vater zur Mediceischen Partei gehörend, ließ er sich dennoch in eine Verschwörung gegen den zur Zeit Leos X. in Florenz allmächtigen Kardinal Giulio Medici ein und mußte nach Venedig fliehen, von wo er nach Frankreich ging, als der Kardinal unter dem Namen Clemens VII. den päpstl. Stuhl bestieg. Als Florenz 1527 nach der Plünderung Roms die Medici vertrieben hatte, kehrte A. in die Vaterstadt zurück, wo jedoch sein Rat, sich mit Karl V. zu verständigen, geringen Anklang fand, sodaß er nochmals ein Wanderleben begann, welches mit seiner dauernden Niederlassung in Frankreich endigte. Franz I. schätzte ihn bald so hoch, daß er ihn nach dem Frieden von Crespy 1544 als Gesandten an Karl V. abschickte. In gleichem Ansehen stand A. bei König Heinrich II, der ebenso wie seine Gemahlin Katharina von Medici an seinen epischen Dichtungen großes Gefallen fand. Er starb zu Amboise 18. April 1556. Den meisten Ruhm brachte ihm das Lehrgedicht La coltivazione (zuerst Par. 1546). Sein Heldengedicht 4(Girone il cortese ist nach einem altfranz. Gedicht bearbeitet. Eine unglückliche Nachahmung Homers war ein anderes Epos: „Avarchidev, welches die Belagerung der Stadt Bourges (Avaricum) erzählt. Seine kleinern Gedichte gab er gesammelt unter dem Titel «Opere toscane (2 Bde., Lyon 1532) heraus. Er verfaßte auch ein Schauspiel: La Floray (Flor. 1556), und eine Bearbeitung der Antigoney des Sophokles. Wertvoll sind seine Epigrammi toscanio (Mondovi 1570). Eine Sammlung seiner Werke gab Raffaelli (2 Bde., Flor. 1859) heraus. Leichtigkeit, Klarheit und Reinheit des Stils empfehlen seine Schriften, aber nur zu oft fehlt ihnen dichterischer Schwung. Ob A. oder Trissino den reimlosen Vers in die ital. Poesie einführte, ist ungewiß.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 314Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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