FeedAmmer (Emberiza L.)
TierreichBrockhaus 1882

Ammer (Emberiza L.), eine Vogelgattung aus der Familie der Finken, Gruppe der Kegelschnäbler, zu den Singvögeln gehörig, lebt von Sämereien und Insekten, baut ihr Nest in der Nähe des Erdbodens und legt 5—6 Eier. Der die A. von den übrigen Finken besonders unterscheidende Charakter liegt im Schnabel, welcher kurz, spit, an der Wurzel dick, nach vorn aber so edrückt ist, daß der Unterschnabel den Oberschnabel aufnimmt und über ihn hinübergreift mit seinen Rändern. Im Gaumen trägt der Oberschnabel einen knöchernen Höcker, welcher in eine entsprechende Aushöhlung des Unterschnabels paßt. Die Hinterzehe trägt einen großen, zuweilen spornartig verlängerten Nagel. Man teilt die A., nach ihren Gaumenhöckern und dem Nagel an der Hinterzehe, in Buschammern und Spornammern. Zu den (und kugeltgen mit starkgewölbtem Oberschnabel und kugeligem Höcker auß der Gaumenseite desselben, gehören die bei uns häufige Goldammer (E. citrinesla, Kopf und Unterseite gelb, Rücken braungelb, schwarz gefleckt), die Zippammer (E. cia), Zaunammer, Rohrammer (E. schoeniclus, Sperlingsammer), Grauammer (E. valida, großer Ortolan), Fettammer (Ortolan), Fichtenammer u. s. w. Zu den Spornammern, mit langem, Aordend Nagel an der Hinterzehe, zählen die den Norden bewohnenden Schneeammern (Plectrophanes nivalis) und Lerchenammern (Centrophanes lapponicus). Die Goldammer ist unter unsern heimischen Arten fast die uesid rt, die man als Stubenvogel hält; von ausländischen Arten kommt zuweilen die aus Südamerika stammende Haubenammer (Gubernatria cristatella) unter dem Namen agrüner Kardinalo im Handel vor. Der Ortolan (E. hortulana) wird besonders in der Provence und in Italien, nachdem er kunstgemäß mit Reis und Hirse gemästet, teils mariniert, teils getrüffelt und in Fett eingegossen massenhaft versendet. Die Insel Cypern versendet jährlich 80— 100000 Fäßchen zu 200—400 Stück.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 558Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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