Ammobium R. Br. (Sand-Immortelle), Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler Compositae): ausdauernde, weißgraufilzig-beaarte Kräuter mit verzweigten, oberwärts fast chaftartigen Stengeln und abwechselnden, einfachen Blättern. Die mittelgroßen Blütenköpfchen besitzen einen halbkugeligen, aus zahlreichen dachziegeligschuppigen, trockenen (spreuartigen), nach außen allmählich kleiner werdenden Blättchen gebildeten Hüllkelch und auf dem gewölbten, mit Spreublättchen besetzten Blütenboden viele kleine, gelbe, zwitterige Blüten mit röhriger, am Saume nur wenig erweiterter, kurz fünfspaltiger Krone. Die kantigen rüchtchen tragen einen aus häutig-schuppigen, urz napfförmig verwachsenen, am Rande in zwei bis vier ungleiche Zähnchen oder kurze Grannen auslaufenden Pappus. Von den beiden austral. Arten wird A. alatum R. Br. (geflügelte Sand-Immortelle) sehr häufig als Gartenzierpflanze gezogen. Ihr etwa 50 em hoher Stengel ist stark geflügelt, und die im trockenen Zustande rauschenden Hüllkelchblätter der etwa 1 em im Durchmesser haltenden, den Immortellen Pamem Blütenköpfchen sind perlmutterweiß. Die Pflanze nimmt mit trockenem Boden vorlieb. Die vor der völligen Entwickelung abgeschnittenen und im Schatten getrockneten Blütenköpfchen halten sich lange Zeit und werden daher unverändert, oder auch wohl rosa, rot oder violett gefärbt, wie die Immortellen zu Kränzen und Dauerbouquets verwendet, weshalb die Pflanze De und da im großen und ackerweise Ineber⸗ wird. ie Ende März oder im April ins Mistbeet ausgesäeten und später pikierten Pflänzchen werden im Mai dauernd ins Freie versetzt, sind in den europ. Gärten meist aber nur einjährig. „Ammon, eine der Hauptgottheiten der alten 2. f s. u. Agypten (Mythologie, S. 251). mmon (Christoph Jan⸗ von), bekannter rot. Theolog, geb. 16. Jan. 1766 zu Bayreuth, sindierte in Erlangen, ward dort 1789 außerordentlicher Professor in der philosophischen, 1790 in der theologischen Fakultät, 1792 ordentlicher Professor und Universitätsprediger, ging 1794 nach Göttingen, ward dort 1803 Konsistorialrat, kehrte 1804 nach Erlangen zurück, ward 1813 Oberhofprediger und Oberkonsistorialrat zu Dresden, 1831 Mitglied des Kultusministeriums, später Vizepräsident des Landeskonsistoriums, legte 1849 seine Amter nieder und starb 21. Mai 1850. Ein vielseitig gebildeter, elastischer Geist, als Kanzelredner allgemein bewundert, hat A. durch seine hohe kirchenregimentliche Stellung sowie durch zahlreiche Schriften einen weitgehenden Einfluß gewonnen, ohne für die theol. Wissenschaft Bedeutendes zu leisten. Völlig auf dem Boden des Kantischen Rationalismus stehend, sucht A. in seiner „Biblischen Theologiep (3 Tle., Erlangen 1801 —2) den Inhalt der biblischen Schriften alles Wunderbaren und Geheimnisvollen zu entkleiden, um sie natürlich und moralisch zu erklären. Nach seiner übersiedelung nach Dresden wandte sich A. anfangs mehr der kirchlichen Orthodoxie zu, kehrte jedoch mit der Fortbildung des Christentums zur Weltreligion. Eine Ansicht der höhern Dogmatiko (2. Aufl., 4 Bde., Lpz. 1836— 40) wieder ganz zum frühern Rationalismus zurück. Er versucht darin den Nachweis, daß durch den fortehenden Gebrauch der Vernunft die christl. Offenarungsreligion allmählich zur rein vernünftigen Weltreligion umgebildet sei. Dasselbe Schwanken zeigen die verschiedenen Auflagen der dogmatischen „Summa theologiae christianaen (4. Aufl., Lpz. 1830) sowie der „Sittenlehrer (5. Aufl., Erlangen 1823). Außerdem schrieb A. «Anleitung zur Kanzelberedsamkeito (3. Aufl., Nürnb. 1826) und (Die gemischten Eheno (2. Aufl., Dresd. u. Lpz. 1839), worin er sich für die Zulässigkeit der konfessionellen Mischehen aussprach. Vgl. Hnten Friedrich von A. nach Leben, Ansichten und Wirkenv (Lpz. 1850).— Friedrich Wilhelm Philipp von A., der älteste Sohn des vorigen, geb. 7. Febr. 1791 zu Erlangen, studierte daselbst und in Jena Theologie, war seit 1813 Prediger zu Buttenheim bei Bamberg, dann zu Merzbach, seit 1820 Archidiakonus zu Erlangen, wo er Professor der Theologie und Stadtprediger wurde und 19. Sept. 1855 starb. Außer «Geiler von Kaysersbergs Leben, Lehren und Predigteno (Erlangen 1826) hat er populäre theol. Schriften veröffentlicht, wie «Rudolfs und Idas Briefe über die Unterscheidungslehren der prot. und kath. Kircher (Dresd. 1827) und „Galerie denkwürdiger Personen, welche von der prot. zur kath. Kirche übergetreten sindo Wein del 1833).