FeedImmoralität (neulat.)
PflanzenreichBrockhaus 1882

Immoralität (neulat.), Unsittlichkeit, Sittenmmortalität (lat.), Unsterblichkeit. mmortellen, d. i. Unsterbliche, nennt man diesenigen Blumen oder Blütenstände, die, nachdem sie abgeschnitten worden, infolge der trockenhäutigen Beschaffenheit ihrer Blütenhüllblätter ihre Form und ihr frisches Ansehen noch für lange Zeit unverändert bewahren und daher vorzugsweise im Winter, wo es an frischen Blumen mangelt, für die Bouquet⸗ und Kranzbinderei, besonders auch zur Ausschmückung der Särge und Grabstätten, verwendet werden. Es gibt mehrere Pflanzengattungen, deren Arten solche unverwelkliche Blumen besitzen, und fast alle gehören der Familie der Kompositen an. In erster Linie stehen die Angehörigen der Gattung Helichrysum. Ihre zahlreichen, meistens in Südafrika vorkommenden Arten haben Blütenkörbchen mit dachziegelig geordneten, trockenhäutigen, meist glänzend goldgelben, seltener weißen Hüllschuppen. Während man vorzugsweise die Arten mit kleinen kugeligen Blütenkörbchen als J. bezeichnet, nennt man die großköpfigen mit ausgebreiteter Hülle Strohblumen. Die wichtigste ist die orientalische Immortelle, H. orientale, gewöhnlich französische Immortelle genannt, eine perennierende Pflanze, deren kleine Blütenköpfchen an der Spitze des Stengels gedrängte Doldentrauben bilden, welche vor allen andern das Material zu Trauerkränzen liefern. Sie ist das Objekt eines nicht unerheblichen Handels, ist in Paris nur schwer zu kultivieren, in der Provence dagegen Gegenstand einer ziemlich gewinnreichen Massenkultur. Eigentlich ist sie eine Felsenpflanze, welche am besten in der brennendsten Sonne gedeiht. In Deutschland werden ihre Blumen nicht nur in ihrer natürlichen Färbung verwendet, sondern vielfach auch gebleicht und mit künstlichen Farben ausgestattet. Ahnliche, aber nicht in demselben Maße gebräuchliche Blumen sind die des H. (Gnaphalum L.) Stoechas Don. und H. arenarium Mönch, die Sandimmortelle oder Fuhrmannsblume, weil die Fuhrleute gern ihren Hut mit den goldgelben Blütenköpfchen dieser Art schmücken. Die wichtigsten der Strohblumen sind die einjährigen H. bracteatum Willd., die Malmaison⸗

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 550Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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