FeedAmpelpflanzen
PflanzenreichBrockhaus 1882

Ampelpflanzen nennt man Gewächse mäßigen Umfangs mit schwachen, hängenden Zweigen, welche über den Rand der Ampel leicht und graziös hinabfallen und diese, den Topfträger, euhä oder weniger verschleiern. Von der an Schnüren hängenden Ampel im lichtreichen webend erholt in Lauben oder Gewächshäusern schwebend erhalten, bilden sie einen sehr anziehenden Ausstattungsgegenstand. Die Auswahl derselben richtet sich nach den auszustattenden Räumlichkeiten und der zum Gedeihen der betreffen-Pflanzenarten 4 — Temperatur. Im Ireien eignen sich für den Sommer manche ein- oder en .g. Gewächse von nicht zu starkem Wachstum, z. B. Thunbergia alata, Lysimachia Nummularia (Pfennigkraut), Linaria Cymbala-Fria, Mesembryanthemum cordifolium, tricolor und cristallinum (Eisgewächs), Tropaeolum minus, Varietäten von Petunia, Alyssum maritimum, das Seeschildkraut, u. a. m. Größer ist die Auswahl Uuter Gewächse für temperierte oderwarme Räume. nter diesen sind folgende die bessern und beliebtern: Achimenes cupreata, ausgezeichnet durch bronzefarbige Blätter und scharla rote Blumen; Aeschynanthus (Schamblume), in mehrern Arten, z. B Aeschynanthus Boschianus und splendidus; Agathaea amelloides Eer aster); Campanula fragilis, sehr Rroiidh undäu erst reich blühend; Chlorophytum Sternbergianum, bekannter als Cordyline vivipara, mitlangen fadenartigen Ausläufern, an denen si r, uoch besond erzeugen; Coccocypselum discolor, noch besonders anziehend durch die violettrote Unterseite der Blätter; Disandra prostrata, die Zweige 60 em bis Im lang; Fragaria indica, Henen Erdbeere), etwas mager und deshalb mit leinen Blumen, z. B. Lobelien, zu verbinden; Hedera Helix Ehtrd insbesondere var. digitata und ierliche buntblättrige Formen, im Sommer auch im zreien zu verwenden; Myrsiphyllum asparagoides Medeola), eins der kant piel 9e Ampelgewächse, in merika als Curl plant viel beliebt; Oxalis floribunda, eine ungemein reichblühende Sauerkleeart; Pelargonium peltatum (Epheu-Pelargonie), insbesondere die buntblätterigen und gefüllt blůhenden Varietäten; Russelia juncea, von binsenartigem Anehen, mit ohnraume Blumen, 10 en üble Einüsse der Wohnräume unempfindlich; Saxifraga sarmentosa Austanfern mit fadenartigen, Junge erzeugenden Ausläufern; Sedum Sieboldii, insbesondere die buntblätterige Varietät (Var. koliis medio-pictis); Sollya heterophylla (Billardiera fusiformis), mit hängenden Rispen blauer Blumen; Spironema fragrans, gedeiht in Wohnräumen vortrefflich; Tradescantia guyanensis und zebrina, letztere die schönere, aber wohl nur für das Warmhaus geeignet. Andere Gewächsarten würden als A. sehr wohl benutzt werden können, wenn nicht ihre Dimensionen zu unbequem wären, z. B. Mikania scandens und fragrans, — Tropaeolum Lobbianum u. a. m. Für Ampeln schicken sich auch Fuchsia-Varietäten gut, welche von Natur viele lange und arte Zweige treiben, und sich schon ihrer lang gefielten hängenden Blumen wegen sehr gut ausnehmen. Man befördert die Hängezweigigkeit dadurch, daß man den Hauptstamm unterdrückt, die sich entwickelnden jungen Triebe, solange sie noch weich und biegsam sind, über den Topfrand zieht und sie an einem um den Topf gelegten Draht befestigt. Auch manche Blattpflanzen, welche zwar keine hän-DPuuit Zweige, dafür aber einen ungezwungenen austil, besonders aber schön geschnittene, breit über den Topfrand geneigte Blätter haben, z. B Begonia Rex, Smaragdina u. a., können zur Besetzung von Ampeln benutzt werden. Im allgemeinen gelten für die Ampel und die von ihr getragenen Gewächse folgende Regeln: 1) die Ampel darf nicht mit Bildwerk und Farben überladen sein, sondern soll nur durch die Schönheit der Form wirken. Am zweckmäßigsten ist ein indifferenter, vielleicht grauer daß he 2) die Ampel muß so aufgehängt sein, daß sie behufs Darreichung von Wasser und Pflege der Pflanze herabelassen werden kann; 3) die für die Ampel betimmte Pflanze muß vollkommen entwickelt sein, ehe sie den ihr zugedachten Platz einnimmt; 4) der Platz, den man der Ampel anweist, muß dem Grade der Lichtbedürftigkeit der Pflanze entsprechen. (Sierzu Tafel: Ampelpflanzen.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 572Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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