Andros, die nördlichste Insel der zum Königreich Griechenland „Nomos Cykladen (jetzt eine eigene Eparchie des Nomos Kyklades), bildet ge-Dn Weldem die südöstl. Fortsetzung von Euböa, von welchem es durch einen 15 km breiten Kanal etrennt wird. Es ist ein etwa 40 km langer, von W. nach SO. In Was Bergrücken, welcher durch zahlreiche, von W. nach O. gerichtete Querthäler durchbrochen ist. Letztere liefern Getreide, Wein, Ol, Südfrüchte, Baumwolle und Gemüse in Menge; das Hauptprodukt der Insel ist jedoch Seide. In dem von Albanesen bewohnten nördl. Teile der Perri wird hauptsächlich Viehzucht und Ackerbau betrieben. Die Insel zählt (1879) auf 382 qkm 22 562 CE. Die gleichnamige Hauptstadt A., an einer Bucht der Ostküste, hat (1870) 1674 E., einen kleinen Hafen, aber eine gute Reede, ist Sitz eines griech. und eines kath. Bischofs und ein belebter Handelsort. Ihr gegenüber, 1 in der Mitte der Westküste, liegt das Dorf Paläo-Polis an der Stelle der alten Hauptstadt A., von deren Hafen, Dionysostempel und Burg nur noch unscheinbare Reste erhalten sind. Andere Hafenorte auf der Insel sind Korthion auf der Ostküste, mit 1500 E. und hellen. Schule, und Gavrion oder Gavri, ein Flecken mit 950 E., auf der Westküste (an der Stelle einer alten Ortschaft Gaurion). Außerdem besitzt die Insel zahlreiche wohlhabende und hübsche Dörfer. Sie war anfangs von karischen Seeräubern bewohnt, dann durch Pelasger und Jonier bevölkert und sendete um die Mitte des 7. Jahrh. v. 9 710 eine Anzahl Kolonien nach der thraz. Halbinsel Chalkidike. Nach den Perserkriegen sand sie unter der Herrschaft der Athener, von denen sie mehrfache Bedrückungen zu erdulden hatte; später kam sie in die Gewalt der Macedonier. Na Besiegung der letztern durch die Römer ward A. von diesen dem pergamenischen König Attalus überlassen, ging aber nach dem Tode des letzten Attalus mit der ganzen Erbschaft desselben wiederum an die Römer über. A. teilte hierauf die Geschicke Griechenlands, bis es nach Begründung des lat. Kaisertums 1207 in dem venet. Edelmann Marino Dandolo seinen eigenen Fürsten erhielt. Es stand dann teils unter eigenen Fürsten, teils unter venet. Statthaltern, bis es 1566 in die Gewalt der Türken geriet. Unter der türk. Herrschaft war A., als Schatullegut von Sultaninnen, ziemlich unabhängig und zahlte einen Tribut von ungefähr 30000 Piastern. Vgl. Hopf, «Geschichte der Insel A. und ihrer Beherrscher in dem Zeitraume von 1207—1577 (Wien 1855; Urkunden und Zusätze, Wien 1856).