FeedAntipäros
VerkehrBrockhaus 1882

Antipäros, im Altertum Oliäros, eine der breito Cykladen, nur durch einen ungefähr 4 Km breiten, für größere Schiffe kaum passierbaren Kanal von dem im NO. gelegenen Paros (s. d.) getrennt und mit diesem zur Eparchie Naxos 7 rend, ist 35 akm groß und zählt in der einzigen, ziemlich in der Mitte der Insel gelegenen Ortschaft Kastro etwa 500 E. Obschon der Insel Wasser fehlt 3 ist doch die flache Nord⸗ und Westseite ziemli fruchtbar. Man baut hier Wein und Getreide; zugleich wächst einiges Viehfutter, sodaß die Bewohner des marmorreichen und unfruchtbaren Dr f hier ihre Ziegen⸗ und Schafherden weiden. Der südlichere Teil der 8 u ist sehr gebirgig. Hier, etwas gegen die Mitte hin, im Kern des Gebirgs, findet sich eine schon im Altertum von Reisenden besuchte, obgleich von keinem alten Schriftsteller erwähnte Stalaktitengrotte mit glänzendweißen und vielformigen Tropfsteinbildungen. Durch eine gewölbte Halle gelangt man in einen schmalen, niedrigen Gang, an dessen Ende man sich an einem Seile tief hinablassen muß. Nach einem zweiten, noch tiefern Absturz, den man hinabgleiten kann, eröffnet sich eine neue Halle, so hoch, daß die Decke kaum zu erkennen ist. Ein enger Weg führt abermals zu einem Abhange, den man auf einer Leiter hinabsteigt, und nach mehrern ähnlichen Passagen ist die Hauptgrotte erreicht, Andr 95 m lang, 30 mbreit und 25 m hoch ist. An der Südwestküste der Insel findet sich ein durch die davorliegende Kalksteininsel Despotiko (die alte Prepesinthos) sehr re guter Hafen. Im J. 1872 wurden auf A. sehr 1— Bleierzlager entdeckt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 725Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Verkehr 6