FeedAndropögon L. (Bartgras)
PflanzenreichBrockhaus 1882

Andropögon L. (Bartgras), eine Pflanschonblüher aus der Familie der Gräser, besteht aus chönblühenden, ansehnlichen, meist tropischen Gräsern, deren Ahrchen in Ahren oder Rispen gruppiert sind. Die Ahrchen enthalten mehrere Blüten, von denen die männlichen meist Grannen, oft von bedeutender Länge, besitzen, welche der Ahre oder Rispe bei manchen Arten ein federbuschartiges Ansehen verleihen. Häufig sind auch die Spelzen der Ahrchen über und über mit seidenglänzenden Härchen bedeckt. Dies ist z. B. der Fall bei dem in Deutschland an dürren, steinigen Plätzen, namentlich auf Gips⸗ und Kalkboden wachsenden A. Ischaemum L., welches fingerförmig gruppierte, rötlich oder violett gefärbte Ahren hat. Halme und Blätter dieses Grases sind bläulich beduftet, hart und trocken und daher dem meisten Vieh zuwider; nur die 2 — fressen die kurzen, starren Rasenbüschel, welche es bildet, solange dieselben jung sind, gern. Verschiedene ausländische Arten, unter andern A. Schoenanthus L. aus Ostindien und vom Kap, finden sich als Ziergräser in unsern Gärten und Gewächshäusern. Das angenehm gewürzhaft riechende und schmeckende Kraut der A. Schoenanthus L., unter dem Namen Kamelheu (Herba foeni Camelorum s. Schoenanthi) bekannt, ist in Indien als krampfstillendes, harn⸗ und schweißtreibendes Mittel, auf den Philippinen bei Lähmungen und rheumatischen Leiden in Gebrauch. dihte Wurzel, die Jwarancusawurzel, von itter-aromatischem, ingwerartigem Geschmack, wird in Indien gegen Cholera und Wechselfieber angewendet, während sie am Kap der Guten Hoffnung ur Vertreibung der Wanzen dient, weshalb die Pflanze dort sogar angebaut wird. Ebenfalls kultiviert, und zwar in großem Maßstabe, wird auf Ceylon und den Molukken das Narden-oder Citronbartgras, A. Nardus L., indem dieses Gras ein ätherisches ol (Limongrasöl) enthält, welches in der Parfümerie benutzt werden kann. A. Calamus aromaticus 1811 ebenfalls in Indien heimisch, liefert auch ein Ol, und zwar ein sehr scharfes, aber angenehm riechendes, das sog. Grasöl von Namur, welches in Ostindien gegen Rheumatismus in Gehrauch ist. Nach Royle foll dieses Gras das «süße sein, das in der Bibel erwähnt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 633Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Pflanzenreich 6