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AllerleiBrockhaus 1882

Angeln (Angli) nennt Tacitus eins der sieben kleinern Völker, welche den gemeinschaftlichen Kult der Erdmutter Nerthus hatten. Sie saßen wahrscheinlich im heutigen Schleswig zwischen Jüten und Sachsen. Vun Verein mit letztern schifften sie in großer hier u im 5. Jahrh. nach England und ließen sich hier besonders in den nördl. Teilen des Landes nieder, wo sie die Königreiche Ostanglien, Northumbrien und Mercia gründeten und dadurch Veranlassung zu der Benennung Angelsachsen (s. d.) und England (lat. Anglia; angelsächs. Englaland) gaben. Infolge dieser Auswanderungen zogen die nördlicher wohnenden Dänen in die verlassenen Gegenden und vermischten sich mit den zurückgebliebenen Angeln, sodaß beide Völker (die Sage läßt sie sogar von zwei Brüdern Dan und Angul abstammen) zusammenschmolzen. Später wurde durch deutsche Einwanderer, namentlich holstein. Adel, deutsche Sprache und Sitte überwiegend;: doch war noch zu Christians VI. Zeiten das Dänische im Volksmunde vorherrschend. Seit Anfang dieses Jahrhunderts gewann die deutsche Sprache immer mehr die Oberhand und verdrängte die dä-Volte dend aus dem öffentlichen Leben. Nach dem Volke der A. ist noch gegenwärtig die Landschaft Angeln (s. d.) in Schleswig benannt. Andere A. saßen in dem nach ihnen benannten Gau links von der untern Saale, auch dort wie im Norden neben Warnen; doch ist seit dem 9. Jahrh., in welchem eine Aufzeichnung ihres Volksrechts statthatte, hier der Name verschwunden. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 642Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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