Anicet-Bourgeois (Auguste), franz. Theaterdichter, geb. in Paris 25. Dez. 1806, war Schreiber bei einem pariser Prokurator, als der glückliche Erfolg eines Melodramas, 4Gustave ou le Napolitaind, welches er im Alter von 19 Jahren verfaßte und im pariser Gaite-Theater zur Aufführung brachte, ihn 3.—— sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Mit vielem Talent für dramatische 1 . begabt, rnai er im Laufe einer 30jährigen litterarischen Thätigkeit, allein oder mit andern zusammen, beinahe 200 Stücke, die hauptsächlich dem Melodrama angehören. Seine Virtuosität in der dramatischen Technik sowie der Umstand, daß er seinen Stücken das Gepräge des Volkstümlichen und Zeitgemäßen zu geben wußte, machte ihn zum populärsten Dichter der pariser Boulevardtheater. Er starb zu Pau 18. Jan. 1871. An Vaudevilles und Lustspielen lieferte er: „Pere et parraino (1834), Passé minuito (1839), Les trois épicierso (1840), Le chevalier d'Essonner (1847), Le premier coup de canifo (1848), „L'avare en gants jaunes o (1858), L'école des Arthuro (1859), Les mariages d'aujourd'hui (1861). Bei diesen Stücken waren Decourcelle, Lockroy, Brisebarre und Labiche seine Mitarbeiter. Allein verfaßte er die Dramen: „La Venitienne) (1834), eine seiner besten Leistungen; „La pauyre filleo (1838); „Stellas (1843). Gemeinschaftlich mit Ducange, Cornu, Lockroy, Dennery, Masson, Dugué, Paul Feval u. a. schrieb er Melodramen und Dramen, wie „Le couvent de Tonningtono (1830), Le grenadier de l'ile d'Elbes (1831), (Périnet Leclere (1832), Latude (1834), La nonne sanglanter (1835), (Marceau, ou les enfants de la Républiquen (1848, auch 1878 mit glänzendem Erfolg im Theätre Historique aufgeführt), «La Dameée de la Halles (1852), (L'aveuglep (1856), Le fou par amouro (1857), La fille des chiffon-